Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 289)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit. 241 „Wenn Irene den geweihten Trank genommen, „Brennt für Agis nicht ihr Busen mehr; „Will mit ihr Lisibios sich vereinen, „So nehme er den Rest nach Mondesfrist." „„Wie? du weißt meinen Namen?"" — „Meine Pflicht ist's, treu den Spruch zu künden, wie er mir geworden." — „„Und wird mich Irene dann lieben?"" — „Du hast der Göttin unzweideutigen Spruch vernommen. Hier ist der Trank." — „„Und dein Lohn?"" — „Ich bin belohnt, wenn sich Lisibios glücklich fühlt. Doch nimmer darf ich dir den Preis erlassen, den die Göttin heischt." — „„Und was verlangt sie?"" — „Der beim Hofe mächtige Lisibios, sagte sie, soll ihren Dienst befördern, und ihre Feinde bekämpfen. Es ist traurig, wenn die Gläubigen Menschen dulden, die ihren Gott verachten, und noch fragen können, was die Gottheit fordert." — „„Ich verstehe! Du bist ein geborner Judenfeind. Doch sei unbesorgt, es geht mit dem Glanze dieses Volkes ohnehin zu Ende; der König kehrt morgen schon aus Syrien heim, und bringt nicht die günstigste Gesinnung für sie mit. Ohnedieß sind uns diese aufdringlichen Fremdlinge, diese Barbaren überall im Wege. — Sind sie nicht so frei wie ein Grieche? Und sollen doch nur Sklaven sein. Die Stadt ist ohnehin schon übervölkert, und die Juden sind die entbehrlichsten Einwohner. Zudem werden sie unerträglich dreister mit jedem Tage, und mengen sich in Alles darein. Ihre Häuser sind die prächtigsten, ihre Gastmähter die üppigsten, und ihre Kleidung die kostbarste. Du kennst doch den Kleomenes mit seinen lakonischen Reden. Jüngst kam er, und bestellte eine reichgeschmückte Sänfte bei dem Klitos. Was für eine wünscht Ihr, Herr, fragte der Mann. So eben habe ich eine für den reichen Juden Timothaos verfertiget, sie kostet 200 Talente. Nun, sagte Kleomenes, „ich will nur eine fürstliche Sänfte und keine jüdische" — Ich bitte dich, ist das nicht unausstehlich? Ich muß der Göttin diesen Dienst schon um unseres Staates willen thun. Wir haben einen griechischen Staat, und brauchen keine Juden. Ja sie sollen sterben oder Alexandrien räumen."" Nun so magst du von dannen gehen! Die Göttin hört deinGelöbniß, und nimmer wird sie deinem Wunsche willfahren, bis du dein Versprechen erfüllet hast. Jetzt gehe hin und bewirke den Untergang der Juden. Hast du dieses vollbracht, dann mische Irenen den Trank in ihren Wein. Nach Mondesfrist — ehe du sie wieder flehest —denn so lange darfst du nach ihr nicht forschen, — so will's der heilige Zauber — nimm du den Rest in einem geweihten Haine — Und Irenen kanst du folgen, — wohin sie gehet, setzte der finstere Mann grinsend hinzu. — Du verdienst den Tod schon, sprach Tara kos, als er wieder allein war, weil du nicht einsiehest, daß ihr Griechen Vnsch's Zcchrbnch Y7. tl