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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 240

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 240 (sequence 288)
Language
German
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IRI
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240 Bilder aus ist es anders geworden! Diese Griechen! Was wären sie uns, und was wären sie ohne uns der Welt. Sie mußten zu unserem Born wallfahren, sie mußten vor unserer Weisheit knien — und nun sind diese zudringliche Europäer unsere Herren! Ach der ewigen Schande — Tod und Verderben diesen Fremdlingen. Soll ich da nicht Haffen, wenn ich bedenke, was wir gewesen, was wir sein könnten, und was wir sind! Zwar wären diese Griechen nicht so furchtbar — Dank der Schwachheit des menschlichen Gehirnes. So lange der Wahn und die Finsterniß lebt, so lange werden unsere Mysterien währen. Die Zeit ist gerade jetzt zum Aberglauben aufgelegt 5J), die starke Aufklärung hat sie sehr trübe gemacht, und im Trüben fischen versteht ein Hierophant. Man kann diese Griechen erst mit dem Geifer des Wahnes überziehen, und dann den Haß meiner Landsleute schon ein wenig aufstacheln, um sie ganz zu verschlingen. Za! Ich will sie herumhetzen mit Orakelsprüchen, und mit des Aegypters Fremdenhaß, bis ich die Rache meiner Ahnen getilgt. Aber diese verfluchten Sprößlinge vom Berge Jda 60), diese verdammte Juden, die unsern Vätern als Sklaven schon zu schlecht gewesen, und die doch nur Alles einem Jsispriester zu verdanken haben, — wider die hilft kein Zauberspruch und kein Mysterium. — Und doch hasse ich sie bald so stark als die Griechen selbst. — Nein! keiner soll mir entgehen! Erst sollt ihr, verdammte Juden daran — dann die Griechen — und dann will ich deine Manen sühnen holdselige Irene! Ja dann will ich Haffen, wie es mein Berus will. Aber du, Irene, mußt allen vorangehen — So muß es sein, wenn mein Plan reifen soll. Weg! Ihr schwachen Empfindungen! — Was? Ich soll sie leben lassen? Wofür bin ich das Orakel der Welt? Hier sitze ich, und gängle eine halbe Menschheit, lasse Götter reden und verstummen; warum soll ich schmachten, wo solche Geschöpfe schwelgen dürfen? Nein! Keiner soll sie haben! Nicht ich, nicht Lisibios, und nicht der schöne Agis — dein Sand, Irene, ist verronnen!— He Sklave, herein da! Tarakos riefs — ein Vorhang rauschte auf, und hereintrat der dienstfertige Sklave. „Ist der Vermumte noch unten?" — „„Ja Herr!"" — „Führe ihn herauf!" — Wenige Minuten vergingen, da trat ein verhüllter Mann in den Erker. — „Hast du die Göttin befragt, Lara kos?" fragte mit verstellter Stimme der Verhüllte. — „„Ich habe sie befragt, und sie hat sich mir offenbart. Die Göttin ist dir günstig. Höre ihren Spruch;"" »») Man wird sich an das erinnern, was wir oben unter der Rubrik des alerandrinischen Zeitalters gesagt haben. •®)«1) Tarakos irrt hier mit seinem Landsmann Manetho, der Mosis für einen Jsispriester hält und mit dem Römer Tacitus, (HU. 15) der den Namen Jude vom Berge Jda abteitet.

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