Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 238 (sequence 286)
- Language
- German
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233 Bilder aus „„„Wie? was? Meine Chtamis nicht gefaltet. Entsetzlich! Unverzeihlich! O! ich lasse den Sklaven durchgeislen. Du entschuldigst mich, ich muß mich doch selbst besehen, und grüße dich einstweilen.""" Ist dieses ein Philosoph oder ein Narr? fragte Antigon. — „Keines von beiden, mein Freund. Das ist ein Stutzer, etwas mehr als ein Affe, viel weniger als ein Mensch. Eine Mißgeburt, die die Civilisation erzeugt — wenn sie die Dummheit umarmt. Nun, mein Freund, hast du genug Bekanntschaften gemacht. Du hast gesehen, welchen Eindruck ein und dasselbe Ereigniß auf die verschiedenen Gemüther gemacht hat. Dem Neuerungssüchtigen hat es ein Paar Phrasen entlockt, so gut wie dem strengen Ma füll am; beide sind um nichts klüger geworden. Der Eine spricht platonisch, der Andere biblisch — und beide in hohlen Tiraden. K i k u l o s ist schmutzig genug, sich über eine traurige Begebenheit zu freuen, weil sie ihm eine leckere Schüssel verschafft, und er doch eine Geltung bekommt, da er eine Neuigkeit zu erzählen weiß. Der edle und vernünftige Ar i sto bu lu s allein sucht zu handeln und die Gemüther zu versöhnen, faßt das Ereigniß vom richtigen Standpunkte, und stehet die traurigen Folgen voraus. Den Schwelger und den Stutzer hat es gar nicht berührt; der Eine ist zu schlecht, der Andere zu dumm dazu. Jetzt gehe hin in die Stadt, und steh' dort in der Gesammtheit, was du hier im Einzelnen bemerkt hast. Alexandriens Geist kennst du bereits."- Der Hierophant. Tarakos, der Jsispriester, sitzt in des düstern Tempels schwarzen Marmor-Erker, in Gedanken tief versunken; vor ihm liegt eine Rolle mit seltsamen Hieroglyphen offen. Schriftzüge, abenteuerlich dem Unberufenen, wohl befreundet seinem kundigen Auge. Doch dieses Mal liest er nicht in ihnen, stumm brütet er vor sich hin, und unfreundlich sein Blick wie die menschenleere Halle um ihn her. Sein sonnverbranntes Angesicht ist ein fleischgewordenes Räthsel, das zu sagen scheint: In mir birgt sich ein schweres Geheimniß; das Antlitz ist so abenteuerlich ruhig wie die Sphynxgestalt, die vor seines Tempels Pforte liegt. — Jetzt zuckt es leicht um seine Braunen, eine Wehmuth sanfterer Natur ziehet, ein leichter silberner Flor, über diese finsteren Züge. Es waren Gestalten aus vergangenen Tagen, die, verschollenen Gräbern entstiegen, an dem stumpfen Sinn vorüberzogen, und wie Nebelbilder aus dem schwarzen todten Blumenkelche auftauchten. -Was wollt ihr von mir Geister meiner Jugend? Fordert ihr die Blumen zurück, die mein Verstand so kalt zeriffen — Ach, ihre Blätter hat ein Wind verweht — Fordert ihr des Knaben goldgewebte Träume —