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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 237

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 237 (sequence 285)
Language
German
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Alexandriens Vorzeit. 237 Charitinen vereint sind, die zweite Aphrodite.""" — „Wen meinst du?" „„„Ach was du für einen stumpfen Geruch hast, aus den Ambradüften die Tänzerin A g l a i a nicht zu erkennen. Der H i p p i a s hat da einen köstlichen Einfall. Wir müssen zeigen, daß wir auch Kunstsinn besitzen. Agathokles hat der Holden einen Thriumphwagen bauen lassen, den muß sie besteigen, und wir spannen uns vor, um sie durch die Stadt zu ziehen""" "). „Da habt ihr ganz recht! Wenn ihr keine Flügelpferde seid, so mögt ihr Zugesel bleiben." — „„„Willst du nicht dabei sein?""" — „Nein mein Edler, ich habe andere Lasten zu ziehen, als eine verbuhlte Tänzerin." — „„„Was du da sagst! Weißt du, daß diese Tänzerin sich schon ein Haus und zwar Eines der schönsten in Alexandrien ertanzt hat. Das hat sie rein vom Kunstsinne dieser Stadt.""" — „Ja wohl! dafür darben deine armen jüdischen Brüder, und die Gelehrten deiner Nation leiden Mangel. Das kommt auch vom Kunstsinne. Uns drohet Gefahr, und unser Volk stehet an einem Abgrunde, und ihr seid lustig dabei — das kommt auch vom Kunstsinne. Hip Pias hat sechs Kinder zu Hause, und gab seine letzte Sesterz aus, um einen Abend der Aglaia Lanzen zuzusehen 5G) — aber um ein Weihegeschenk nach Jerusalem zu schicken war er zu karg — das kommt auch vom Kunstsinne. Ihr werdet mir am Ende die Kunst durch Euren Kunstsinn verleiden." — „„„Du bist heute langweiliger Laune Attalos! Wie kannst du so sprechen? Denke nur an diese Aglaia — und wie singt — ach diese feine Art zu singen, und die Töne zu verhauchen! Wie kannst du da noch an Jerusalem denken. Ach! Ein Blick von dir A g l a i a, und aller Priester-Diademe lege ich dir, Göttin, zu Füßen!""" Verruchter Frevler! rief Antigon entrüstet aus — und diese Lotterbuben nennen sich gebildet. Schmach und Schmähung und Schande über Euch. — „„„Was ist dem guten Manne Attalos?""" — „Es ärgert ihn mein Guter, daß die Falten deiner Chlamis nicht geordnet sind." ") Diese Art der Heiden, die Künstler fammt der Kunst zu vergöttern, und namentlich eine seinsollende Ritterlichkeit gegen die Künstlerinnen zu bewähren, welche tief unter oer Würde eines Mannes stehet, ist nur eine Muthmaßung Spallartö (Versuch üher das Kostüm). Sollte einst ein Geschichtsforscher unsere Zeit beschreiben, so wird er um zuverlässige Citaten nicht so verlegen sein. — (Siehe übrigens unsere Beilage). Aehnliches wird uns wenigstens von Korinth zu einer frühern Zeit erzählt (Man sehe Gynealogie von Schwarz B. 2.) Doch hatte keineHungersnoth dasLand damals heimgesucht, auch war der Handel ein blühender — Kunstenthusiasmus war schon damals, Kunstraserei aus Ostentation noch nicht vorhanden. Indessen hat die Menschheit bedeutende Fortschritte gemacht.

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