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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 232

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 232 (sequence 280)
Language
German
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232 Bilder aus betet, so soll sein Gebet erhört werden? Also muß doch dem Fremden der Zutritt gestattet sein. Sieh einmal diese Griechen! Die haben doch viele Götter und viele heilige Tempel. Fiel ihnen je bei, Einen zu verschließen? Und wollte der König das geheimste Gemach der Isis oder die entschleierte Göttin selber sehen, es würde ihn Niemand daran hindern."" „Am Ende sollen uns die Griechen noch zum Muster dienen, wie wir unseren Gott ehren sollen," sprach Antigon bitter lächelnd. „„So nimm doch nur Vernunft an. Frohsinn sollen wir von den genialen Griechen lernen, Offenheit und freundliche Leutseligkeit. Da komm ich wieder auf meinen Abel zurück. Er war der Abel, der Traurige und Verstörte. Was haben ihm die frommen, fetten Schafe geholfen. Der mit Recht ergrimmte, weit genialere Kain, wußte schöne Blumengewinde seinem Gotte zum Opfer zu flechten, und seines griesgrämlichen Bruders endlich überdrüssig, mußte er zum Aeußersten greisen. So starb Abel — und Kain war der Vater aller schönen Künste und Fertigkeiten. Dahin muß es einst auch mit uns kommen, wenn wir von unserer Abgeschlossenheit nichts vergeben wollen. Schon manches Herz wendet sich von uns, und manches Auge, das sonst so freundlich war, sieht finster auf uns. Wir ziehen uns selbst den Haß der Eingeborenen zu. Wir sind zu schroff und abstoßend, ganz wie Abel."" Herr! entgegnete Antigon lächelnd, ich habe hier durchaus nicht bemerken können , daß unsere Brüder zu schroff wären, abgesehen davon, daß sie die größten Verdienste um den Staat haben, und mehr Dankbarkeit verdienten. Aber es thut mir um dein Werk sehr leid, es wäre gewiß recht geistreich ausgefallen. Nur scheint dir der Umstand entgangen zu sein, daß der Bruder Kains nicht Abel, (der Traurige,) sondern Hebel (der Eitle) hieß. — „„Was sagst du da? Nicht Abel hieß er? Das muß ich doch besser wissen, habe ich doch meine Rolle bei mir."" Dabei zogDosith eus einPergamentaus dem Gürtel und entfaltete es. Da hast du's deutlich: „Und sie gebar abermals seinen Bruder den Abel." — „Ja das ist griechisch," sagte A nt ig o n, „aber in der heiligen Ursprache heißt er Hebel." — Jst's nichts mehr als das? dann habe ich gesiegt! rief Dositheus hüpfend aus. „„Sag mir einmal: Was ist jünger, das Hebräische oder Griechische?"" — „Natürlich das Letztere." — „„Da hast du's nun! Das Jüngere ist das Neuere, und das Neuere ist stets das Bessere. Also Abel nicht Hebel muß es heißen. ") Jedenfalls freuet es mich, die Variante zu kennen. Lebet jetzt wohl. Ich habe Eile!"" Ist dieses auch ein Philosoph? fragte Antigon als sich Dositheus entfernt hatte. „Warum glaubst du das?" „„Weil er so vielen 45) Übrigens machen selbst Joseph u 6 und Phitvn, d.s Hebräischen unkundig, diesen Schnitzer.

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