Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 271)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit. 223 ligen Zeit eine ägyptische Finsterniß geherrscht, als hätte sich der Himmel ob dieses Werkes verhüllet. Zch glaub's gern! Es muß sehr finster sein, wenn Hellas Sprache erst die heiligen Schriften beleuchten soll; und eine solche Finsterniß kann nur in Aegypten herrschen, setzte er sarkastisch hinzu. Ja mein Sohn, fuhr er ernster fort, diese Uebersetzung, Alexandriens erstes Prachtgeschmeide, war Judas erstes Trauergewand. Gut war die Absicht, schlimm der Erfolg. 30) Doch wir sprechen noch davon. Geh' jetzt dahin, beobachte und prüfe. Im Delta bei der großen Synagoge sehen wir uns wieder. Jetzt lebe wohl. Ich kann dir dahin nicht folgen." Selim entfernte sich und ließ Antigon allein. Wir kommen auf jenen sonderbaren Mann noch einmal zurück, und wollen vor der Hand unfern jungen Palästinenser begleiten. Die Insel Pharos. Der Orientale hat eine lebhafte Einbildungskraft, und Antigon war in den Jahren, wo der Blüthenkelch der Phantasie am üppigsten und duftendsten sich entfaltet. Aber was er hier sah, hatte er nie geahnt, nie sich träumen lassen. Wie schwirrte da das glänzende Gefieder in diesem schönen goldenen Käfig! wie rauschte im schillernden Flitter die bunte Menge! wie blinkten die Waffen! wie glänzte der Schmuck verschiedener Trachten! welch ein Gewühl! welche Mannigfaltigkeit! Da schleicht der finstre Eingeborene; sein schneeiges Gewand sticht gegen die sonnverbrannte Haut nur desto mehr ab. Dort hüpft ein lustiger Athener, seine Tunika glühet in den schönsten Lyrischen Tinten, und die Schnallen durch die sie eng an den Leib sich schließt, leuchtet von Smaragden. Dort ziehet gemessenen Schrittes eine Tochter Babels im langen Talare dahin, und da huscht eine leichtgeschwingte Griechin, wie eine Sylphide vorüber; ihr rauschendes Obergewand wirst die wellenförmigen kunstgerechten Falten, und läßt mit Koguettrie die weißen schöngeformten Schenkel durchschimmern. Dort schreitet der gravitätische Perser im purpurnen goldgestickten Talare, stolz und behäbig einher; da tritt der kühne Parther im kurzen Mantel, in langen wallenden Beinkleidern stolz und sicher auf. Da flattert die kegelförmige phrygische Mütze, dort klirrt des Syrers silbernes Schild. Und wer will die vielen Tausende nennen, wer will die vielen Tausende kennen, die auf diesem so) Tal. Masel Sof. Es ist wohl ttberflüsiig zu erwähnen, daß wir Selirns An» sicht in Bezug der Uebersetzuug nicht theilen.