Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 260)
- Language
- German
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212 Bilder aus miß, verfeinerte Smneulust mit geistiger Unterhaltung abwechseln zu lassen. Und was war die Wissenschaft des Jahrhunderts? Auf der Einen Seite Mathematik, Mechanik, Heilkunde und Astronomie, lauter milchende Kühe, die treffliche Butter geben; anderseits ein Sammten, Erklären und ein. passives Grüblen in den überkommenen Schriften. Die aus wahrhaft wissenschaftlicher Begeisterung hervorgehende Lhätigkeit ist dahin, das rein Geistige sinkt in demselben Grade, als jene Wissenschaften steigen. Der menschliche Geist ist zu seiner Qual mit Wissen überhäuft; ec kann sich der geistigen Beschäftigung nicht entschlagen, und ist zu kraftlos, um sich zum Ideale erheben zu können. Unzählige Schriften über das Königsthum erscheinen, es wird über Politik in Prosa und Poesie gesprochen. Alles ist Griechenthummüde, Alles ahnt, schwärmt, singt und schreibt, und Niemand weiß sich Rechenschaft von seinem Thun und Wollen zu geben. Es werden gar nützliche Erfindungen in der Baukunst, in Schifffahrt und Kriegswesen gemacht; aber die Poesie ist ein tändlendes Spielen und Künstlest, die Wissenschaft gehaltlose Bielwisserei und prunkende Kathederweisheit, ein Zeitvertreib der Vornehmen und der Stubengelehrten. Wo Bücher und Gesellschaft, nicht die Welt und das Leben die alleinigen Quellen sind, aus welchen der Geist seine Nahrung ziehet, wo die steifen Kreise der vornehmen Welt den Menschen geschminkt und im Maskenanzug zeigen, und die Bücher ein trübes gefärbtes Spiegelbild nur geben; da mangelt den Erzeugnissen die Kraft, Wahrheit und Gediegenheit; sie sind Früchte der bloßen Gelehrsamkeit, der überreitzteu Phantasie, und der Eitelkeit. Letztere spielte ihre nicht kleine Rolle dabei. Der Wunsch beim Hofe oder im Museum genannt zu werden, (was ungefähr so viel damals war, als Heutzutage in den Zeitungen zu paradiren,) das Bedürfnis Schutz und Brod zu finden oder seinen Jahrgehalt zu erhöhen, erzeugten ein Haschen nach Gegenständen der Bearbeitung, ein Ringen und Streben vach leerem Rufe. Die schärfste und höchste Kritik und völlig unkritisches Sammlen leerer Thatsachen oder Zahlen von der Einen Seite, volles Schwärmen und Phantasiren von der anderen Seite, der Unfug gelehrter Zitaten, der Mißbrauch anzuführender Beweisstellen, deren Unrchtheit anerkannt ist; neben trefflicher, philosophischer Sprachforschungmnd umfassender Gelehrsamkeit bilden den Geist ihrer Literatur. Dabei ist nicht zu übersehen, daß neben den Citaten- Notizen- und Aueedoten-Krämern, (Leute bei denen man irre wird, ob man den Maßstab denkender Geister an die Leistung legen, oder die Copiermaschinen nach Pserdekraft berechnen sollte) — daß neben diesen Varianten-Rittern auch kleinliche Charlatane ihren Spuck trieben, und oft in ihrer maßlosen vom Jahrhundert begünstigten Keckheit, es so weit brachten, daß sie in der Menge des gelehrten Packes so mit darunter liefen, und viel von ihrer Gelehrsamkeit zu verbreiten, wenn auch nicht zu erzählen wußten. Kleine Heinzelmännchen^