Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 259)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit 2t t A strologie, Zauberei, Sibyllenwesen greifen um sich, und es beginnt die trübste Zeit in dem religiösen Leben der Griechen. Dein Einen ist eine bequeme Sittenlehre — Religion; der Andere ist stolz auf seine Entbehrungen; und der Dritte übertäubt sich mit Orgien. Natürlich nimmt dieses auch auf die andern geistigen Richtungen seinen bedeutenden Einfluß. Man sucht aus dem Heimischen, Bedingten zum Allgemeinen, Unbedingten sich zu erheben. Der Handel und die Betriebsamkeit vervielfacht sich auf die merkwürdigste Weise; es beginnt eine Rührigkeit und eine Weite des spekulirenden Sinnes, eine Konkurrenz bedeutender Handelsstädte, eine Ausbreitung ihrer Verhältnisse zu fernen und fremden Gegenden. Der Ackerbau und die einfachen Sitten der Altvordern treten in den Hintergrund gegen die rastlos überhand nehmende Schwelgerei und Prachtsucht —'ein Vermächtniß der orientalischen Völker. Die Griechen sind bald, wie die Juden, in alle Wett verbreitet zu finden, handeltreibend, abenteuerend; als Aerzte, als Kaufleute, als Reisende, als Soldknechte durchwandern sie die Welt. Ueberall sind sie zu finden, überall sind sie heimisch; aber was sie von den Juden unterscheidet ist — sie gehen als Griechen verloren, und lösen ihren Charakter in den fremdartigen auf. So eine Nation hat ihre Sendung bald vollbracht. Segensreich haben sie für die Zukunft gewirkt, die Mitwelt, die sie nicht verstand, gab ihnen den Fluch geiäuschter Hoffnung. Sie selber wurden, was sie sonst von Barbaren behaupteten— geborene Knechte. Kriecherei trat an die Stelle der Mannheit, die alte edl e Politik schmolz in eine elende niedere SklavenschlauheiL zusammen. Der Stolz, womit er sich einen Griechen nannte, ging'unter. Selbst Demetrius, dessen edelstes Streben es war, ihren Beifall zu gewinnen, empfand bald einen Ekel vor dieser kriechenden feilschenden Nation, und ihre Erbärmlichkeit erkennend, trieb er Hohn damit, sie zu erniedrigen. Zweihundertundfünfzig Talent die sie ihm als Tribut in kriechender Demuth dargebracht, schenkte er in ihrer Gegenwart seiner Buhlerin Lamia, mit den Worten: Kauf dir Schminke dafür — Ich glaube diese Anekdote reicht hin, zu erkennen wie weit es der Mensch mit seiner Größe (?) bringe. Was die Wissenschaft des alerandrkniscben Zeitalters betrifft, so bietet sie nichts Erfreulicheres dar.l r) Der Herrschaft der Umgebung hatte man sich entwunden, aber der Sinn für das Höhere und Bessere ist ganz verloren gegangen. Man findet zwar am Lesen Vergnügen, aber es ist nur ein Bedürs- '') In der Zeichnung der alerauorirrischell Wissenschaft t'itl ich. mit wenigen Modifikationen, dem scharfsinnigsten Geschichtsforscher dem greisen Schlosser gefolgt, Ich führe dieses darum an. damit man nicht glaube, ich hatte GoS eine Sa eure schreibe u wollen. Die Darstellung ist historisch erwiesen