Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 210 (sequence 258)
- Language
- German
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Bilder auö ■210 denthume entsagt hatten, sondern gerade jenen, die für ihre Brüder sich aufgeopsert hatten. Sie fochten löweumüthig für Babels Macht, aber sie blieben Juden, sie kämpften oft gegen ihre eigenen Brüder — aber sie blieben Juden. So weit war Staat und Religion schon getrennt, Cyrus Ausruf erging, der ihnen in ihre Heimath zurückzukehren erlaubte, Biele waren dem Rufe nicht gefolgt; aber sie blieben Juden und glüheten fürSalems neu erbaute Annen. So blieben sie Juden bis auf den heutigen Lag. Die bedeutungsvolle Hieroglyphe, wie ich oben gesagt, die die .Vorsehung in's Buch der Menschheit geschrieben! Das alerarr-rinische Zeitalter. So haben wir denn die Rollen kennen gelernt, die de", bedeutendsten Nationalitäten in dem großen Drama der Weltgeschichte zugerheilt worden sind. Der Osten bildet im Charakter der alten Welt — die Phantasie, der Grieche den Verstand, der Jude die Religion des vernünftigen Glaubens, die vermittelnd zwischen beide tritt. Nun wollen wir zuschauen, wie sie sich gegenseitig zu influiren streben. Wir haben bereits die Mission der Griechen auseinander gesetzt und gezeigt, wie sie von der Vorsehung berufen waren, dem Menschen seine eigene Würde und Kraft, seine Freiheit und seinen schöpferischen Funken zum Bewußtsein zu bringen. Wir zeigten, wohin dieses Bewußtsein ohne höhere Offenbarung führen mußte, und nehmen nun den Faden der Geschichte von da wieder auf. Der Grieche hatte die Schranken seines Gebietes durchbrochen, und sich in neuen Umgebungen heimisch gemacht; überall neue religiöse Anlässe findend, die er gläubig in sein Gemüth aufnahm, das in stets üppiger wucherndem Wachsthume ausrankte und sich weiter stets verzweigte. Allein die Reflexion war schon zu weit gegangen. Man hatte die Uebersättigung an Religion für Ausgeburt der Phantasie gehalten, und für blos "poetische Spiele angesehen. Der Mensch füblte die Ueberfülle gemüthtichen Glaubens tief unter seiner Würde. Aber die Philosophie hatte auch Uebergriffe gemacht, und war in ein Extrem gerathen. Sie läugnete alle Götter, und setzten den Menschen für das Maas; aller Dinge. Allein der Mensch sträubt sich umsonst gegen das Bedürfnis seines Gemüthes; es mag ihm die Freiheit seines Willens noch so klar werden, er findet nur in der Hingebung an ein Höheres seine Beruhigung und seinen Frieden. Nun geräth das griechische Heidentum in Widerspruch mit seinem Geiste, und Ln dem Maße, als man bei den verschiedenen Gottheiten des Orients der Heimischen gewiß zu sein aufhörte, wendet sich das unbefriedigte Gefühl bem Fremden, Dunklen, Unverständlichen zu; es mehren sich die Mysterien der Isis;