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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 203

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 203 (sequence 251)
Language
German
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IRI
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Alexandriens Vorzeit. 293 Athens allein, sondern die (Göttin der Weisheit überhauvt, sie ist dieses auch in Theben und Sparta, und den thebanischen, spartanischen u. s. w. Gottheiten werden ähnliche Würden wieder in Athen zugestanden. Nun kann man aber dabei nicht stehen bleiben; die Vergötterung der Natur hat begonnen — da hat jeder Hain, jeder Vogel, jede Quelle, jede menschliche Tugend oder Schwäche ein gleiches Recht vergöttert, und von ganz Hellas angebetet zu werden. Nun muß freilich jeder Baum eine Drias, jede Quelle eine Najade, Philomele jede Nachtigall, jeder Stein eine Niobe werden. Das Reich der Gottheit wird immer mehr zerklüftet, desto inniger Verschmelzen, im Gegensätze zum Orient die griechischen Staaten. Eine dunkle Ahnung von einer allgemeinen Nationalität durchzittert Me, und Keiner vermag sie zu benennen. Dadurch überschreiten sie nun die iekalen Bestimmungen, ihr Weltbewußtsein wird freier, umfassender, und führt ste über die heimische Sitte, über die Gewohnheit der Väter hinaus. Hierarchie und Kastensystem muß ihnen fremd sein. Das persönliche Wesen tritt immer stärker hervor. Der Mensch fängt an seine Würde zu fühlen. Es zeigt sich der Europäer schon mit seinem kecken Vorwärtsdrängen und Wagen mit seiner Selbstgenügsamkeit und seiner' Ueberhebung über die Gottheit, die kühne auf Abenteuer ausgehende Strebsamkeit, das ritterliche Wesen, der Ausdruck jenes Fortschrittes, Der über das Gegebene und Traditionelle hinausgehet und es zur allgemeinen begrifflichen Fassung zu bringen sucht dieses praktisch e Wesen, das nachmals erst mit jüdischer Theorie in Verbindung treten mußte, um sich mit unwiderstehlicher Macht des Erdendalles jut bemeistern, und die Völkerschaften zu dem zu bringen, was man Bildung nennt — die Bildung, die das Ideale zu erfassen, und praktisch zu erreichen sucht. So kam der Grieche bald zum Begriffe der Freiheit des menschlichen Willens, so lernte er seine Würde kennen; denn er lernte die Natur bezwingen und sich über sie erheben. Dadurch mußte aber auch seine Religion eine eigene Wendung nehmen. Bezwingt nämlich der Mensch die Natur, seine Gottheit, so muß der Mensch sich selbst zum Gotte erheben. Ein großer — aber vermessener Gedanke! — Hat den Orientalen seine Abgeschlossenheit und seine demüthigende Ansicht von der Abhängigkeit des Menschen aus die finstersten Abwege geführt — Sünden, die die heilige Schrift ein Gräuel des Herrn nennt: so mußten die Griechen durch den Gedanken der menschlichen Freiheit, durch den göttlichen Funken, den sie Ln sich verspürten, selbst zu bilden, zu schaffen und gegen die Elemente anzukampfen, in den frevelndsten Stolz des zuvor von ihnen verdammten Prometheus ausarten. Es trat die Apotheose d. i. die Menschenvergötterung ein, die frechste Anmaßung, die je ein Sterblicher gehabt. Nichts war natürlicher, als daß man die ehemals angebeteterr

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