Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 250)
- Language
- German
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Gott ist »erachtet — Uud es wäre der große Schritt vorwärts gethan — Staat und Religion sind getrennt, göttliche und weltliche Macht weit auseinander gerissen, und hängen nur durch einzelne dünne Fäden zusammen. Nun könnte das Gottesbewußtsein entweltlicht werden, wenn es nur vom Anfänge her ein reineres und geistigeres gewesen wäre. So aber muß mit dem Staate die Religion uutergehen. Man huldigt dem Gotte des Siegers, theils, weil er sich als der Mächtigere erwiesen, theils, weil man in dem neuen Lande, dessen Erzeugnisse man genießt, dessen Gottheit sich geneigt machen muß (i). Durch die Tolleranz des Feindes werden die letzten schmerzlichen Erinnerungen getilgt, das Volk löset sich ganz auf und gehet ohne jede Spur unter; mit Mühe sucht der Forscher seinen Namen hervor. Dieses ist das gemeinsame Schicksal der meisten orientalischen Völker gewesen, die Einzigen, die nie die In tolleranz gekannt. — Das Grrechenthunr oder das Westliche Keidenthum. Bunt und mannigfach wie der Boden, den sie bewohnen, ist der Geist der zusammengelesenen Völkerschaften, die auf Hellas Boden treten. Küste und Binnenland, Gebirg und Thal, Festland und Inseln wechseln mit einander ab. Die kleinen scharf gesonderten Stämme verschiedener Kolonien, kleine leichtgegliederte Genossenschaften, voller Kampf, Gefährde und rascher Beweglichkeit, empfänglich für ausländische' Sitten, gewandt in der Ausnahme des Fremdartigen, wie ihr Boden zugänglich und den Auswanderern leichte Zuflucht bietend. Jede Liuwandernde Familie bringt ihren morgentändischen Nationalgott, ganz in dem oben gezeichneten Sinne mit. Aber weniger ausgedehnt ist hier iyr Reich, sie müssen sich herablaffen Familienoft nur Hausgötter oder Penaten zu sein. Wie sich die Zahl dieser Götter durch neue Einwanderungen mehrt, so verringert sich das Gebiet eines jeden einzelnen. Täglich schwillt die Zahl dieser Mächte an, es kann sich nicht lange die Idee einer Jsolirtheit dieser Göttermaffen aufrecht erhalten. Die Reiche sind zu eng aneinander, der Verkehr zwischen ihnen eben so leicht als unvermeidlich. Alles drängt zur Ausgleichung und Übereinkunft. Dieses kann nur dann Statt finden; wenn sich die verschie-. denen Gottheiten in Götterkreise zusammenziehen; die Sagen verbunden, verschmolzen, und in neue Zusammenhänge gebracht werden, und zu allgemeinen Naturreligionen sich gestalten. Der trübe Charakter der Nationalgotcheilen verliert sich. Pallas ist nicht mehr die Schutzgöttin c) Die so ae nannten Lvwenllekehrten in Samarien sind das schlagendste Beispiel hiefur (Kon. 17.)