Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 249)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit. zm Wesens in die Brust des Menschen ziehet! Aber wer kann bei der Eintönigkeit orientalischer Staaten sich wundern, wenn ihm die Gottheit eben so innig mit seiner Umgebung verknüpft erscheint, als ihm die Erde stets im Mittelpunkt der Welt, und sein Land in der Erde Mittelpunkte liegt. Der Heide ist eben wenig bekehrungssüchtig, weil er seine Religion einem fremden Volke theils mißgönnt, 3) (Heils mit andern Umgebungen als der seinigen unvereinbar denkt. Jedes Land hat bei ihm seine eigene Gottheit, wie es seine eigenen Erzeugnisse, sein besonderes Klima hat. Die Gottheit ist durch den Boden bedingt, und die Religion desselben ein unverpflanzbares Produkt. In jedem .Lande lebt man nur unter dem Schutze von dessen Religion, wie man nur in diesem Klima lebt. Aufdringen kann er nach seiner Meinung nicht seinen Glauben. Kann der Vogel im Wasser, kann der Fisch leben in der Lust? Was kann sein Gott dem fremden Volke im fremden Lande frommen? Wie können die andern Menschen, Geschöpfe des fremden Bodens, einen andern Gott haben, als den ihres Landes? Jeder: GoLL hat seinem Volke sein Land gegeben, und seinen Staat gegrün-- det; 4) und seine Macht hat Ordnung und Gesittung gebracht, sie hat' die Gesetze gegründet; der Staat siehst wie jeder Einzelne unter seiner: Obhut. Der Dienst, in dem sich die Gläubigen vereinigen, durchdrinqt das Leben des Einzelnen, wie das Staatsgesetz und die bürgerliche Ordnung vollkommen. So vereint sich mit der lokalen Geschlossenheit die innigste Verschmelzung von Staat und Religion; And damit vollendet sich die spröde concentrische Sonderung jedes einzelnen Volkes. Run sollten aber die Sonderungen überwunden werden. Mächtige Dynastien erheben sich und wollen Weltherrschaften gründen. Da werden nun freilich die Götter selbst m i t ihren Staaten überwunden werden müssen 5) und läßt man den Völkern auch ihre Sprachen, ihre Gesittung und sogar ihre Götter; so ist doch der Stolz des Heimischen gebrochen, er ist aus seinem Boden gerissen, sein Man sehe j. B. aus der Geschichte, die uns Iosua 22 erzählt wird, wie selbst die Juden, den Geist der heiligen Lehre noch nicht erfassend, in den Irrthum ihrer Nachbarn fallend, ängstliche Sorge trugen. daß die 2*4 stamme im Osten nicht vom Gottesdienste ausgeschlossen werden. M Was dir Kemosch dein Gott gibt, gehört dir, sagt der Richter Iephta, ganz im Geiste des Orientalen zum Könige von Ammon (Richter 11.) und was mir mein Gott gibt, gehört wiederum mit demselben Rechte mir. M Welcher Gott hat sein Volk retten können aus Assurs Hand, daß euch euer Gott retten konnte, spricht der Heide Rabschakeh 'wr den Mauern Jerusalems. (Kön. 18.) 9 **