Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 248)
- Language
- German
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Bildet" aus die bekannte Brücke zwischen Osten und Westen, der Tummelplatz aller Völker und Menschenstämme, das buntschäckige Aushängschild der alten Welt. Daran stößt das für uns wichtige Syrien und Palästina. Ein anderes Land ist Aegypten, wo früh das Licht geschichtlicher Erinnerung dämmerte; aber eintönig und in sich geschlossen, war seine Größe dahin, als das Leben anderer Völker erst erwachte, und um die Zeit, die wir beschreiben, war der Geist der eingeb ornen Aegypter, dem der andern Orientalen gleich; nur die bedeutsame Lage gegen das Mittelmeer gibt dem Lande eine wichtige Stellung. Dieses Mittelmeer bespült Aegypten, Griechenland und Palästina, als wollte es ewig diese Völker auseinander halten — das finstere Aegypten, das heitere Hellas und das wundersame Land des Gottesvolkes. Doch umsonst, sagt ein alter Schrifsteller s) trennt der Ocean Menschen von Menschen. —Er hat Recht .' — Völker ziehen sich gegenseitig wie Wolkenzüge in der Atmosphäre an, um grollend dann von einander zu scheiden. Zischend wie Ftuth in die Gluth ergoß sich der Westen in den Osten unter dem großen historischen Wundermanne — Alerander von Macedonien, von welchem das Zeitalter seinen Namen führt. Laßt uns nun die Völkerschaften, die damals durcheinander gerüttelt wurden, nach der Verschiedenheit ihrer Wohnplätze im Osten, Westen und im Binnenlande betrachten, welches Letztere für uns blos Palästina sein mag. Das östliche Heidenthum. Der ganze Osten, so weit eine geschichtliche Erinnerung hinaufgehet, bietet uns ein Gemälde von umfriedeten, in sich geschloffenen Völkerschaften dar, welche, von einander unabhängig, jede freundliche Verbindung meiden. Die Menschen sind dort wie die Pflanzen an den Boden geschmiedet, ein Produkt dieses Bodens selber. Die Heimath, die er willenlos und instinktmäßig, mit Verachtung aller Nachbarstaaten liebt, ist das Element des Heiden, das Klima, in dem er vegetirt. Der Jammer und das Elend im Vaterlande dünken ihm mehr Freiheit als Rang und Lebensgenuß im fremden Lande. Auf dem heimischen Boden allein lebt er glücklich. So ist der Morgenländer, und sein Staat gleicht dem Lande, das er bewohnt, durch ewige Klüfte von der Fremde getrennt. Der umfassendste Ausdruck für die Gesittung der alten Völker aber ist ihre Religion. Wer kann es sagen, woher diese erste Ahnung eines höheren *) Hör. Od. 1 3