Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 199 (sequence 247)
- Language
- German
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Alexandriens Vorzeit. 1S9 Daß kein Zeitalter so entschiedene Ähnlichkeiten mit dem unsrigen, als das Alerandrinische bietet, daß niemals die Gesammtheit der Juden, so viel von äußeren Einflüssen beherrscht, die fremdartigen Elemente mit so verschiedenen Erfolgen in sich ausgenommen, als zur Zeit der Epigonen in Syrien und Aegypten, und im Osten und Westen Europas in der Neuzeit, — ist längst von scharfsinnigen Historikern anerkannt. Man wird in der That durch manche bis auf die schärfsten Nuancen zusammentreffende Erscheinungen seltsam überrascht. Ich glaubte daher dem größer», wenn auch nicht gelehrten Theile der Leser dieses Jahrbuches' eine geringe Unterhaltung zu verschaffen, wenn ich ohne strenge Monographisch zu verfahren, ein Bild jener Zeiten zu entwerfen versuche. So sehr ich bemüht war, gewisse Parallelen herauszustellen, so glaube ich doch von dem Geiste jener Zeiten mich nirgends sehr entfernt zu haben. Die Form der Darstellung ist durch die Tendenz dieses Jahrbuches gerechtfertigt. Wo ich aus Mangel an sicheren Quellen entweder unzuverlässige, aber doch das Gepräge der Zeit tragende Sagen ausgenommen, oder durch die Phantasie das Mangelnde ergänzte; da möge jeder sich an Göthe's Spruch erinnern: „Wer den Dichter will verstehen Muß in Dichters Lande gehen." Ire Weltbühue. Laßt uns zuerst einen flüchtigen Blick auf die Bühne der alten Welt und auf jene Ereignisse werfen, die dem alerandrinischen Zeitalter vorangegangen sind. Es ist solches durchaus zum Verständniß der folgenden Blätter nothwendig; und der freundliche Leser, der diesen einige Berücksichtigung schenken will, darf durchaus nicht ungeduldig werden, wenn wir wieder vom Neuem Einleitungen zu schreiben beginnen. Zwei große Kreise bilden den Schauplatz der alten Welt — der Osten und der Westen; beide so entgegengesetzt in ihrer Lokalität, wie die Rollen der Völker verschieden, die hier aufgetreten sind. Der Gebirgsstock Asiens und dessen weite sandige Wüstenflächen, welche die Kultur-Länder weit von einander scheiden; die Lage Europas gegen das Mittelmeer, das alle civilisirten Völker in den lebhaftesten Verkehr seht — erklären uns hinreichend das ganze Staatsteben der betheiligten Völker. Nicht zu übersehen ist ferner ein Binnenland, wo diese verschiedenen Völkerschaften in einander greifen, und in dieser Umarmung die wundersamsten Gestalten erzeugen. Dieses Binnenland ist Kleinasien, offen und zugänglich in seiner reichen Küstenbildung^