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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 114

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 114 (sequence 166)
Language
German
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IRI
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114 Nachrichten über Mf habe und ihn daher nicht dienen könne, antwortete ihm der andere: Alle Geschäfte, die ich durch Zhre Vermittlung gemacht habe, sind mir geglückt, und so will ich das Thier, das ich jetzt brauche von keinem Andern als Ihnen kaufen; drum kaufen Sie eine Kuh und dann verkaufen Sie sie mir. Und Benetto, zwar in Verlegenheit, doch im Vertrauen auf die Vorsehung, handelte um dem Freunde zu dienen, mit einem Artikel, den er nicht kannte. Rahel hatte 17 Geburten, von denen jedoch nur zwei männliche und vier weibliche Kinder lebten. Von dreien dieser Töchter war schon die Rede (Seite 110 — 113). Die Erstgeborne, Namens Consola (נהמה) vermählte sich nicht, sondern war unablässig bemüht, den Aeltern! und Geschwistern beizustehen; in der Jugend unterzog sie sich den niedrigsten und mühevollsten Arbeiten zur Erleichterung der gemeinsamen Dürftigkeit. Als einst Benvenuta Sullam, dieselbe zu deren Gunsten die alte Letizia den Sohn Benetto in Noth und Armuth versetzt hatte, auch Ln Elend gestürzt war, und sie und ihr Sohn von einer bösen Krankheit befallen darniederlagen, fand sie in der Cousine Consola eine liebevolle Stütze und Krankenwärterin, die nicht Mühe und nicht Nachtwachen scheute, bis sie genesen waren. — Consola war nicht nur in weiblichen Arbeiten, sie war auch in hebräischen Wissenschaften, darin sie ihr Vater unterrichtete, weit vorgerückt, ja sie verstand sogar den Talmud. Im Januar 1806 starb sie 65 Jahre alt, nachdem sie durch 20 Jahre an einer Schwäche gelitten, die ihr weder zu gehen, noch aufrecht zu stehen erlaubte, sondern sie ungeheuer verkrümmte, so daß sie das Antlitz nur eine Elle über der Erde trug. Das Leben dieses Weibes mag eine unverständliche Seite scheinen, im Buche der Gottesgerechtigkeit. Doch so schien es ihr selber nicht, die mit frommer Ergebung das lange Leiden ertrug, noch dachte so ihre Familie, die sich an ihrem heiligen Beispiele gestärkt und erbaut fühlte. Ja, wenn sich die göttliche Gerechtigkeit immer offenbar zeigte, verlöre die Tugend all ihren Werth, denn sie würde aus Berechnung geübt, aus Spekulation befolgt. Aber der tiefer Forschende wird bald den Trost erkennen, den ein reines Gewissen, von der Achtung und Liebe Aller umgeben, bietet, und wird finden, daß ein solches Bewußtsein inmitten aller physischen Leiden, beneidenswerter sei als das geräuschvolle Glück der Gottlosen, die nur Haß, Verachtung, Gewissensbisse und Furcht umgibt.— Die beiden Söhne hießen David und Echezia. D av id hatte sich frühzeitig nach Triest begeben, lernte dort das Drechslerhandwerk, worin er Vorzügliches leistete, auch in anderen Künsten war er geschickt und malte recht hübsch. Auch er war eine Zeit

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