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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 113

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 113 (sequence 165)
Language
German
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IRI
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die Faii'.ilu Luzatto- 113 Benetto der jüngere hatte drei Söhne: Jseppo, Salvator (יהושע> und David; der erste war Goldarbeiter, und zugleich ein gelehrter Mann, ich besitze eine Abhandlung über Arithmetik in italienischer Sprache, in seiner eigenen Handschrift, und eine Abschrift seines לוה מאמרי התלמוד (Talmudische Blumenlese) wie auch einige Randglossen zum עין יעקי und eine!Übersetzung der אקדמות מילין in italienischen Reimen. Er starb kinderlos. Salvator etablirte sich in Spielenberg (ein Ländchen im Friaul) und im Jahre 1716 war er seinem Bruder David circa 140 fl. für ihm geliehenes Geld schuldig. Dieser David handelte mit Getreide und Produkten und erwarb 1714 ein Haus. Am 30. April 1715 zahlte er 69 venetianische Lire (13 fl. 10 Kr. C. M.) Zoll für Seide. Noch am 23. August 1716 lebte er. Aber schon am 30. April 1717 wurde der Zoll für Seide von seiner Witwe Letizia entrichtet. David hatte zwei Töchter: Bellafior, die zum Christenthum überging und auch das Vaterland verließ und Lea, welche sich 1724 mit Moses, einem Sohne Vonajuto Sullams aus Latisanr (ebenfalls im Friaul) vermählte; dann einen Sohn Benetto, mein Großvater, geboren im Dezember 1713. Als er sich 1737 in Venedig aufhielt, sah er zufällig eine dort verheirathete veronesische Frau, welche die Psalmen sehr korrekt rezitirte, und er sprach: Wenn ich ein Mädchen fände, das sie eben so gut auswendig kennt, würde ich sie zur Frau nehmen. Jene Frau antwortete: Nun, ich habe eine Schwester, die sie besser hersagen kann als ich. Am darauffolgenden 27. Febr. 1738 stipulirte Benetto in Venedig die Ehepakten mit Rahel, Tochter des damals schon verstorbenen Rabbi Amselm Isaak Grego von Verona, mit einer Mitgift von 1100 Dukaten. Die Braut war schön, sang trefflich תהלים und besaß alle Tugenden einer guten und wackern Gattin; aber die versprochene Mitgift fehlte. Letizia verlangte, daß er seine Braut verlasse; Benetto aber wollte nicht, und zog sich durch diese Heirath den Haß der Mutter zu, welche in Folge mir unbekannter Umstände die eigene Mitgift von 2000 Dukaten, (welche damals, da der Familien vater schon 30 Jahre todt war, fast das ganze Vermögen ausmachten,) ihrer Tochterstochter Benvenuta Sullam schenkte, und ließ so Benetto in größter Noth. Benetto trug, unterstützt von dem besten Weibe, mu- Lhig sein Unglück, und da sie mit der größten Kargheit lebten, er theils als Kinderlehrer beschäftigt, Lheils mit alten Kleidern, Eisenzeuz und Hotz handelnd, und s i e, später auch die Töchter, mit Seidezupfen, Spinnen und andern weiblichen Arbeiten unermüdlich fleißig waren, erhielten sie ihre Familie ehrenvoll, und erübrigten noch. Seine Rechtlichkeit war so bewährt, daß ein Christ, der ihn kannte, zu ihm ging, als er sich eine Kuh kaufen mußte, damit er sie ihm versorge; und als Benetto ihm erklärte, daß er nie mit Vieh gehan-

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