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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 108

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 108 (sequence 160)
Language
German
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IRI
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iO 8 Nachrichten über Wenn sich unser Simon als philosophischer Schriftsteller fromm zeigte, zeigte er sich in der Ausübung seines Rabbineramtes als Philosoph und frei von Fanatismus. Er schrieb einen langen Pessäk, worin er behauptet, daß das Herumfahren in Venedig auf Gondeln am Sabbattage, talmudisch erlaubt ist. Als er seine Schrift dem engen Rathe <Ausscbuß) ({ftp ועד) der israelitischen Gemeinde in Venedig vorlegte, Lobte dieser, nach Berathung mit den andern Rabbinern, die Arbeit, entschied jedoch, daß es nicht eben klug wäre eine Sache für ertaubt zu erklären, welche vom Volke als gesetzlich verboten betrachtet wird, und verbot auch die Veröffentlichung dieser Schrift 1). — Wir haben schon gesehen, daß im Jahre 1662 Simon Luzzatto noch Rabbiner in Venedig war. Die Stadt Venedig, vermutlich der erste Sitz der Luzzattos, hatte durch mehrere Jahrhunderte eine Synagoge, die Luzzatto-Schule genannt, welche ohne Zweifel von den alten Luzzattos, in einem Hause, das ihnen gehörte, gegründet wurde. Dieses, wie verschiedene andere Häuser des Ghetto in Venedig, wurde Ln den letzten Jahren abgetragen, da es Einsturz drohte. Die alten Besucher dieses Got- Leshauses verlegten dieses nun in ein anderes Gebäude, behielten jedoch den Namen ההל קדוש לוצאטו bei. Hochberühmt ist Mose Chajim Luzzatto aus Padua, geboren daselbst 1707, gest. im gelobten Lande im Jahre 1747, dessen sehr gediegene und ausführliche Biographie von meinem Freunde, Herrn Giuseppe Almanzi, im Kerem Chemed (3. Band S. 112—169) sehr lesenswerth. ") Dieser außerordentliche Mann, in einer unglücklichen Zeit geboren, da die Trefflichkeit seines Geistes nicht gewürdigt werden konnte, war der Wiederhersteller des guten Geschmacks in den schönen Wiffenschaf- Len der Ebräer, und der Erste, der das Wortspiel verbannte, das damals lehr beliebt war, und in Prosa und Versen so schrieb, daß man es wörtlich in andere Sprachen übersetzen konnte. Kaum 17 Jahre alt, gab er seinen לשון למודים heraus, eine Abhandlung über Rhetorik, mit den technischen Ausdrücken auf Hebräisch, Latein und Italienisch und mit den Beispielen zum Theil aus der heiligen Schrift, zum Theil aus seiner eigenen Erfindung. ף Diese werthvolle Nachricht wurde uns durch den verdienftvolleu Rabbiner und Arzt Isak Lampronti in seinem ׳ ׳פהדיצוזרArtikel ספינה aufbewahrt. Dieser Artikel gehört zu'jenem Theil des Werkes, welcher noch nicht erschienen. Der verstorbene Rabbiner Daniel Terni, welcher das Manusscript des פחד יצהק in Händen batte, schöpfte diese Notiz daraus, und veröffentlichte sie in seinem עקרי הד״ט (Florenz 1803) Vul. 1. Fol. 52. *) Eine deutsche Bearbeitung derselben befindet sich in Jost's Annalen, 1. Iahrg (1830) Nr. 4.

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