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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 68

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 68 (sequence 121)
Language
German
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IRI
…/2609281-3184086--1611-3185723
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*68 Briefe aus Galizien. solche Weise zu heben, sind die Juden vermöge ihrer Stellung Intelligenz und Rührigkeit vor Allen berufen und befähigt, aber auch durch das Versiegen ihrer bisherigen Nahrungsquellen auf's Bestimmteste angewiesen. Zu diesem Behufe werden sie sich aber an Deutschland enger anschließen, dort auch zum Theil ihre Lehrjahre halten,*) und vorzüglich das deutsche Wesen in sich auffrischen müssen. Das erste Erforderniß ist, daß die Arbeit zu Ehren komme, und daß der Jude sein Streben dahin richte, ein freier Mann, ein nützlicher und geachteter Bürger zu werden, und eine selbstständige obwohl bescheidene Eristenz — der Abhängigkeit von einem glücklichen Ungefähr oder einer vornehmen Gönnerschast vorziehe, die das Recht zu geben scheint wieder gegen Andere vornehm zu thun nach dem Sprichworte: עבד מלך מיל]״. Fleiß und Betriebsamkeit sind unseren Glaubensgenossen noch immer eigen, es wären ihnen daher nur deutsche Ord nun gsliebe und Sparsamkeit zu empfehlen. Bei den Gebildeten müßte aufhören das Be quem- und Schönleben, der große Aufwand, auf die Gefahr hi» die Zukunft der Familie bloszustellen eine Ehre zu sein, und bei derMasse müßte anfangen das Indentaghineinleben mitPutz von Außen und Schmutz von Innen zur Schande zu gereichen. Ist einmal in die rechte Bahn eingelenkt worden, so lassen sich bei dem Selbstvertrauen und dem schnellen Ueberblick, die den polnischen Juden auszeichnen, rasche Fortschritte und bedeutende Leistungen von ihm erwarten. ') 2llle sollten sich jedoch nicht nach Wien drängen. Wenigstens möchte ich dies nicht Denjenigen rathen, die der Unterstützung des dortigen Handwerksoereins entrathen können, und einer Progeffion sich widmen, die auch anderswo gut betrieben wird. Abgesehen von den Gefahren der Hauptstadt, abgesehen selbst von der Gefahr für die Religion des jungen Lehrlings, die um so größer, je ungewohnter ihm das neue Leben, sind in der Landstadt die verschiedenen Arveiten desselben Handwerks mehr vereinigt, und läßt sich da von einem gewissenhaften Meister, der selbst das Werk führt, mehr lernen. Der Geselle mag dann zu. seiner Ausbildung die große Stadt besuchen.

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