Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 54 (sequence 107)
- Language
- German
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54 Rückblick auf und Gewissensfreiheit von der Regierung immer lauter ausgesprochen, immer kräftiger verkündet. Auf der, im Sommer geschehenen Reise des Sultans, zeigte, wie der „oster. Beobachter" berichtete, viele Verbesserungen der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Reschid Pascha, in einer feierlichen Versammlung, Ln Gegenwart des Sultans, des Großrichters, der Professoren, der notablen Muselmänner und Rajahs, so wieder Häupter der religiösen Gemeinden, die bei dieser Gelegenheit ausgezeichnet wurden, an. Reschid Pascha's Anrede enthält folgende treffliche Stelle, nachdem er der hohen Gunstbezeugungen des Sultans dankbar erwähnt hatte. „Unser glorreicher Monarch wünscht das Wohl und die Sicherheit seiner muselmännischen Unterthanen; er wünscht ferner, daß die Christen und Israeliten, die gleichfalls seine Unterthanen sind, eines gleichen Schutzes genießen. Die Verschienheit der Glaubensbekenntnisse berühren nur das Gewissen des Individuums-, diese Verschiedenheit darf die Rechte der Unterthanen nicht gefährden. Wir alle sind die Unterthanen eines und desselben Reiches, die Kinder eines und desselben Vaterlandes; wir sind alle Landsleute. Würde es wohl schicklich sein, uns gegenseitig mit mißtrauischen Augen zu betrachten? Wandeln wir vielmehr auf der von unserm erhabenen Monarchen vorgezeichneten Bahn; folgen wir seinem Beispiele. Se. kaiserliche Majestät kennt keinen Unterschied der Religion zwischen seinen Unterthanen bei Vertheilung seiner Gnaden. Unsere Pflicht ist es, in guter Eintracht zu leben und mit allen unfern Kräften zu Allem, was zur Wohlfahrt des gemeinsamen Vaterlandes beitragen kann, mitzuwirken." Auch Aegypten blieb hinter diesem Beispiele nicht zurück. Als im August der Oberrabbiner von Kahira gestorben, wandten sich die Vorstände der Gemeinde an Abbas- Pascha mit der Bitte um Bewilligung einer Schutzwache zur ruhigen Haltung des Leichenbegängnisses. Auf die hierauf erfolgte abschlägige Antwort wendeten sie sich dann an Ibrahim-Pascha selbst, der nicht nur befahl, daß eine hinreichende Anzahl von Soldaten die Ceremonie beschütze, sondern auch