Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 108)
- Language
- German
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das Jahr 1846. 55 verfügte, daß eine militärische Musikbande den Leichenzug begleiten, ja sogar sein Leibwagen sich Letzterm anschließen sollte. Noch bedeutender als dieser Akt selbst waren die Worte, welche Ibrahim - Pascha hierbei in Anwesenheit der jüdischen Deputation an die Umstehenden gerichtet, nämlich: „Seitdem ich meine Reise in Europa gemacht, bin ich mit mir selbst unzufrieden. Verheimlichen wir es uns nicht, wir haben noch viel zu thun, nicht um uns auf gleichen Fuß zu stellen, sondern nur um den Weg des Fortschrittes zu beginnen. Ich habe den Schutz gesehen, den man allen Kulten ohne Ausnahme zukommen läßt, die Achtung, die man für sie hat, und ich werde es nicht dulden, daß es in Aegypten anders sei) alle Religionen müssen gleich der unsrigen geachtet werden; allen muß derselbe Schutz bewilligt werden, und ich würde mich unglücklich fühlen, sollte es anders sein. Folglich werde ich nicht einige Soldaten, sondern 3000 Mann zum Convoi hergeben, und mein eigener Wagen soll den Sarg führen." Dann wandte er sich zur Deputation und sagte: „Fürchtet nicht gestört zu werden, indem ihr euerm geistlichen Oberhaupte die letzten Pflichten leistet. Geht, und erinnert euch, daß Aegypten ein Land sein wird, wo alle Kulte mit völliger Freiheit geübt werden können." Daß die Israeliten auch in der Regentschaft Tunis sich einer bessern freiern Stellung erfreuen, kamen uns im verflossenen Jahre sichere Nachrichten zu. Während die Juden von Marokko auf keinem Pferde reiten dürfen, barfuß vor den Moscheen, dem kaiserlichen Pallast, den Häusern der Heiligen, Kadi's, Muphti's u. s. w. vorübergehen müssen, und den Beschimpfungen und Erpressungen der Marokkaner ausgesetzt sind, wovon selbst die Frauen nicht befreit sind, leben die Juden von Tunis unter ganz andern Verhältnissen. Außer dem Handel üben sie alle Handwerke, sind Aerzte, Schatzmeister. Und während der Kaiser von Marokko in seinen Diensten nicht einen Jsraeltten hat, sind am Hofe des Veys mehrere Beamte Juden. Sein Leibarzt, der ihn nach Paris begleitet hat, Herr Lambroß, ist Israelit; sein Schatzmeister Jussef Semara,