Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 100)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-3184086--1590-3185702- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
das Jahr 1846. 47 genannt, Einige von Cochin, und heißen „schwarze Juden." Der größere Theil hat jedoch seit langer Zeit Sitze in hiesiger Gegend inne, und die, welchen Mahratta die Muttersprache ist^ heißen „Bern Israel." Wann ihre Vorväter angelangt sind, ist nicht gewiß. Sie sagen, daß es vor sechzehn Jahrhunderten gewesen, daß das Schiff, in welchem sie gekommen, Schiffbruch gelitten, und daß die sieben Männer und sieben Frauen, die entkommen waren, sich zu Nagar niederließen, einige dreißig (englische) Meilen südöstlich von Bombay. Früher beschäftigten sie sich nur mit der Bereitung von Oel; jetzt aber sind Viele von ihnen Maurer, Zimmerer, Ackerbauer u. s. w. Sie beten einen einzigen Gott an, den Schöpfer und Erhalter alter Dinge, und betrachten jede Götzendienerei als sündlich. Sie erkennen die Schriften des alten Testamentes allein als Wort Gottes an. Sie haben zwei regelmäßige Synagogen in Bombay und eine zu Revadunda. Hier versammeln sie sich am Sonnabend, und lesen die h. Schrift in hebräischer und der Mahrattasprache. In Alibag, Panwell und anderen Plätzen, wo sie keine Synagoge haben, halten sie ihren Gottesdienst in Privatwohnungen- Die „weißen Juden" haben zwei solcher Räume im Fort. Am Kap der guten Hoffnung hat sich vor anderthalb Jahren am Versöhnungstüge in der Kapstadt zum ersten Male eine Gemeinde zum öffentlichen Gottesdienste vereinigt. Im Mai des vergangenen Jahres trank dieser Boden auch daS erste jüdische Blut, indem im Kriege gegen die Kaffern ein Kapitän der Peomanry, Josua D. Norden, ein Israelit, im Kampfe fiel, und feierlich nach jüdischem Ritus beerdigt ward- Wenden wir uns nun nach Europa zurück, so wissen wir in Frankreich die Stellung der Israeliten nach dem gegebenen Standpunkte in fortwährendem gedeihlichem Wachsthume: Das wichtigste Ereigniß des Jahres nach Außen hin, war die endliche Aufhebung des Eides more judaico durch ein Unheil bes Kassationshofes am 3. März. Der Gerichtshof zu K o lm ar hatte einen solchen Eid auferlegt und dekretirt; der Kassationshof hob dieses Decret förmlich und damit für immer auf-