Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 84)
- Language
- German
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das Jahr 1846. 31 gen konnten. Er sprach über die Ängstlichkeit bei Anstellungen, und sagte: wie es z. B. einem jüdischen Amtmanne durch die viel strengere Kontrolle weit wenigermöglich sei, als einem christlichen, sich die kleinste Ungerechtigkeit zu Schulden kommen zu lassen. Er sprach gegen den Egoismus, wegen des zu gebenden Antheils an Almenden u. s. w. die Bürger anderer Konfessionen nicht in Gemeinden aufnehmen zu wollen, und bewies, wie gerade die Städte die keine Juden hätten, denen man den Handelsgeist und die Rührigkeit nicht absprechen könne. Ln Verfall gekommen. Er zeigte dies durch Nürnberg, dessen große Häuser und Räume verödet stehen, während die aus Nürnberg vertriebenen Juden sich in dem 1/-Stunde entfernten Fürth niedergelassen hätten — wie da der Handel und die Fabrikation blühen, und dies kleine Fürth zu einer reichen Bevölkerung angewachsen, während Nürnberg nur damit sich rühmen könne: wir haben hier nur Christen!" v. Soiron glaubt, daß es der Widerwille gegen die Juden ist, welcher gegen die Emanzipation entscheidet. Allein wo es sich um staatsbürgerliche Rechte unserer Mitbürger handelt, darf Zuneigung oder Abneigung nicht maßgebend sein. Ohne jenen Widerwillen fallen alle Gründe der Gegner zusammen. Man wird dann nicht mehr sagen, das Judenthum sei staatsgefährlich, man wird sich nicht mehr auf den Talmud berufen, den man nicht gelesen hat, nicht mehr von einem Lheokratischen Staate sprechen, den selbst die am hellsten Sehenden nicht mehr erblicken, man wird auch die Vermehrungsfähigkeit der Juden nicht mehr fürchten. Es fragt sich dann nur noch: Haben die Juden das Recht emanzipirt zu werden? und dieses Recht ist anzuerkennen. Man muß ferner den unglücklichen Zustand der armen Juden verbessern, und nicht immer nur von dem Fortschritt sprechen, von dem man selbst Vortheil hat. Was hilft es, wenn die Polizei Judenknaben zwingt, ein Handwerk zu lernen, wenn sie es nicht ausüben dürfen, wo sich Gelegenheit dazu bietet. Eine öffentliche Meinung gegen die Emanzipation der Juden hat der Redner noch nicht gehört, sondern nur Privatinteresse der Oertlichkeit. Eine solche Meinung ver-