Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 75)
- Language
- German
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22 Rückblick auf Der prcirßL s ch e Staat ist m der Neuzeit offenbar in einer bedeutenden Entwickelung begriffen; ohne sich zu überstürzen, werden die Consequenzen früherer Grundlage durch hohe Auffassung lebendig gemacht. Auch in den Verhältnissen der Juden hat das abgelaufene Jahr diese Bemerkung hinreichend bestätigt. Eine hohe Maßnahme war es, daß im Anfang des Jahres die M i l i t är p f li ch r i g k e i t der Juden auch im Großherzogthum Posen dtirch folgendes Gesetz ausgesprochen wurde: „Auf den Antrag des Staatsministerimns vom 8. v. M. bestimme ich hierdurch, daß die Juden fortan der allgemeinen Militärpflicht auch in denjenigen Landestheilen, in welchen sie von derselben bisher noch befreit gewesen sind, unterworfen sein sollen; es soll dagegen auch das Rekrutengeld wegfallen, welches die Juden in mehreren jener Landestheite bisher zu entrichten hatten. Die Bestimmungen des §. 14. der Verordnung vorn 1. Juni 1833 wegen des Judenwesens im Großherzogthum Posen werden hierdurch aufgehoben." Dieses Gesetz wurde von der jüdischen Bevölkerung mit um so größerer Freude ausgenommen, als bekanntlich vor meh- Als die hervorragendsten Privatspender mögen hier genannt werden: Der hochherzige Graf Adam Zamoyski, der die Summe von 500 ft. C. M.; der Herr Jakob Glanz er, hier siqer Kaufmann, der die Summe oon 900 ft. C. M.; endlich sie Erben des sel. Hermann Tooesko in Wien, die den Betrag von 300 fl. C. M. dem Institute großmüthiq offerirten. Aus der Rosen b er g sehen Stiftung vom Jahre 1798 vindrzirte die Gemeinde die höchst ansehnlichen Summen von 4238 ft. und^ 1260 ft. C. M.; zusammen 5504 ft. C. M. Am 18. September 1846, kurz vor den Feiertagen, wurde das Bcthaus, in welchem Mittags die Hammerfchläge der Tischler und Abends die Posaunen der Weih - Hymne vernommen wurden, dem Publikum überantwortet. An der Einweihungsfeier nahmen fast fämmrliche Centralbehörden unserer Provinz, darunter auch Se. Ereellenz der kommandirende General den thäthigsten Antheil, und hat das hiesige k. k. Platz-Kommando eine Anzahl von Grenadieren und einen Zug Kavallerie in blanker Uniform beizustellen, keinen Anstand genommen. Die salbungsvollen Worte der Einweihungsrede, so wie die vom Kapellmeister Herrn Pollak zu diesem Zwecke componir te Fest-Cantate verfehlten ihren Eindruck auf das Publikum, nicht. —