Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 76)
- Language
- German
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das Jahr!646. 23 reren Jahren das beunruhigende Gerücht sich verbreitet hatte, die königliche Regierung wolle die Militärpflicht der Juden, aufheben (s. Jahrb. 2. Jahrg. S. 51). Die Gemeinden selbst, welche dieses neue Gesetz betraf, sprachen ihren Dank vor dem Throne aus, und war es insonders die Gemeinde zu Schwerin an der Warthe, welche eine schön geschriebene Dank- Addresse Sr. Majestät vorlegte. — In Preußen handelt es sich bekanntlich seit längerer Zeit um die Anstelluugsbefähigung der Israeliten im Staatsdienste, nachdem dieselbe im Communialdienste längst ertheilt ist. Ein kleiner Schritt geschah in dieser Angelegenheit durch eine k. Cabinetsordre, durch welche, den jüdischen Unteroffizieren, die durch die vorgeschriebene Dienstzeit sich Civil-Versorgungs-Ansprüche erworben haben, „der Eintritt in solche Subalternstellen gestattet wiro, mit denen die Ausübung einer obrigkeitlichen Autoritär nicht verbunden ist, wie Registratoren, Kanzelisten, Boten rc." — Der Ju dene id ist im Preußischen noch mit vielen, wenn auch nicht schimpflichen, doch absondernden und lästigen Formen umgeben. Die Umwandlung desselben ist noch nicht vor sich gegangen. Einstweilen aber ist der Bürgereid der Inden von Seit jener Zeit erblickt man während des Gottesdienstes auch die hervorragendsten Persönlichkeiten anderer Confessionen, und wird derselbe durch die gediegenen Predigten unseres seit 9. Mai 1844 allhier fungirenden Predigers (nunmehrigen mit h. Gub. Dekrete vom 24. Oktober 1846 Zabl 60576 bestellten provisorischen und, wie zu erwarten steht, bald wirklichen Kreisrabbiners) Hrn.Abraham Kohn, wesentlich zur Erbauung der Zuhörer gehoben. Wiewohl die gleich nach der Einweihung folgenden großen Feiertage keinen günstigen Beginn anzudeüten schienen, sahen wir doch die deutschen Gemeindeglieder zur himmlischen Conscription im neuen Gotteshanse versammelt, und hat die erste jährliche ^itzsubscription die ©umuie von beinahe 2000 fl. C. M. getragen. Zur Vermeidung einer hinkenden Administration, die wir als eine einhellige zu begrüßen hofften, bliebe, uns nur der Wunsch, daß einige leitende Mitglieder das Liebäugeln mit der allzu stabilen Masse ablegen, vornehmlich in allen den Cultus und die Lithnrgie betreffenden Fragen sich weniger Ton angehend geriren, und hierin mehr die Autorität unseres ausgezeichneten Rabbiners vorwalten ließen.