Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 17 (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2609281-3184086--1560-3185672
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

das Jahr 1846. 17 Noch, der Theuenmg, haben die Juden ihren alten gerühmten Wohlthätigkeitssinn unermüdlich bewährt, und dabei in vielfacher Beziehung die Beachtung des Religionsunterschiedes beseitigt. — Aus Lemberg mögen wir, um die patriotische Gesinnung der dortigen Juden nicht mit eigenen Worten, sondern mit der offiziellen Darlegung zu erweisen zwei amtliche Reskripte mittheilen, die also lauten: Nr. 153, praes, Lemberger israel. Gemeindevorstand. Ich habe das Anerbieten des Lemberger Judengemeindevorstandes, Beiträge von Branntwein für das hiesige Militär zu liefern, zur hohem Kenntnis Sr. kaiserl. Hoheit des durchlauchtigsten Erzherzogs und General-Gouverneurs gebracht, und höchstdieselben geruhten mit höchstem Erlasse vom 1. d'. M. 885/ggz. diesen Beweis der patriotischen Gesinnungen der Judengemeinde zur guten Nachricht zu nehmen, und die Anerkennung auszusprechen. Auch das fernere Anerbieten der Errichtung eines bewaffneten Corps von Juden wurde gnädigst mit dem Beisatz ausgenommen, daß es gegenwärtig, wo die Ruhe der Provinz und der Hauptstadt in keinem gefährlichen Grade bedroht ist, nicht angenommen werde, daß jeheime und Verborgene erforscht, und daher auch weiß, ob der zum Schwure aufgeforderte Israelit einen reinen, nnverfätfchren Eiv, oder einen Meineid schwöre. Wenn die Aussage des Schwörenden mit der Wahrheit vollkommen übereinstimmt, wenn er ohne geheimen Vorbehalt, ohne Zurückhaltung oder Zweideutigkeit so redet, wie er denkt, und wie er es vor dem allgegenwärtigen und allwissenden Gotte zu verantworten sich getrauet, so heiliger er durch den Eid den Namen Gottes, und wirket,mit zur Handhabung des Rechts, welches eine von den Grundsa'ulcn der Welt ist; denn auf Wahrheit, Recht und Frieden steht und ruht die Welt, und nach dem Aussprache zweier Zeugen soll das Recht gesprochen werden, und Bestand haben. Wenn aber der Schwörende nicht die volle, reine und unverfälschte Wahrheit sagt, wenn er anders redet als er denkt, wenn er sich irgend eine Täuschung, geheimen Vorbehalt, Zurückhaltung oder Zweideutigkeit zu Schulden kommen läßt, wenn er in den Worten und dem Sinne seiner Rede, oder in Gedanken die Wahrheit verläugnet, umgeht, oder verdreht, so legt er einen Meineid ab,„er ruft Gott zum Zeugen einer rüge an , er mißvrancht, schändet und entweiht den heiligen, unaussprechlichen Namen Gottes, er versündigt sich auf das Schwerste gegen den allmächtigen Gott, welcher die Schändung seines heiligen Namens nie unbestraft läßt, wie es in den zehn Geboten Gottes

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.