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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1847-01-01 · 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847) · p. Seite 4

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
Date
1847-01-01
Page
Seite 4 (sequence 58)
Language
German
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IRI
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4 gebenö nach einer Parallele um. Wie die Beschränkungen in Ackerbau und Handwerk einerseits Ursache jener modern Bildungsstufe, ist hier hinwiederum der Handel, der freie Weltverkehr Ursache der höhern. Ich will damit nicht etwa sagen, die Juden wären das gelehrte Volk,—vielmehr ist hier wie anderwärts Gelehrsamkeit der seltene schwarze Schwan— sondern die Geisteskräfte sind ungemein geschärft und geübt, der Geschmack verfeinert, die formelle Bildung vorherrschend, wenn gleich rette Wissenschaften noch lange nicht gehörig in die Masse gedrungen. Deshalb darf der Ton ein ernsterer, die Sprache eine gewähltere sein; ja ohne diesen Ernst, diesen Anstrich einer gelehrten Grandezza mitunter, würde das Buch vielleicht weit weniger gesucht und minder wirksam sein. Aber selbst, wenn diese Ansicht nicht ganz richtig, wenn die Zahl Jener in Israel groß genug wäre, für die ein Volksbuch—in Sprache und Inhalt zunächst für den sogenannten „gemeinen Mann" geeignet — Bedürfniß ist, wenn cs auch nur fördernd auf Gesinnung und Gesittung einiger Hundert unserer Glaubensbrüder Einfluß nehmen könnte, so möge Einer unter uns, der dazu befähigt ist und sich berufen fühlt, der das jüdische Volk bis in seine innerste Faser kennt und sich in reiner inniger Liebe ihm hingibt, so möge ein Hebel, Pestalozzi, Zschokke, unter uns aufstehen, nnd wir werden sein Buch mit Freuden begrüßen; aber ein Sammelwerk darf es nicht sein, das fühlte ich längst, und darin bestärkten »sich folgende Worte unsres unvergleichlichen Berihold Auerbach: „Es scheint daher auch erforderlich, daß eine Volksschrift stets nur von Einem Manne verfaßt sei. Man hat neuerdings Werke für das Volk aus Arbeiten vieler Gleichgesinnten zusammengestcllt, dies scheint mir ein Mißgriff."

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