Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 59)
- Language
- German
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Richtiger dünkt mir der Vorwurf einer etwas bunten Z u fa m m e n st e l l u n g, und gewiß würde es sehr an bestimmt ausgeprägtem Karakter gewinnen, wenn jede Rubrik deS sy st e m a t i sch e n Inhaltsverzeichnisses (S. zu Ende d. B.) einen eigenen Band für sich bilden würde, allein sehr treffend hat dies schon Herr Dr. Jellinek im „Orient" 1844beurtheilt: „So schwierig die Redaktion eines Jahrbuches für Juden ist, in eben diesem Maaße hat eine unpartheiische Kritik rnitSchwierigkeiten zu kämpfen. Der jüdischen Tagespresse, zu der nuckeln Jahrbuch im weitern Sinne gehört, ist es bis jetzt noch nicht gelungen, die Lesewelt zu gruppiren, um sich an eine bestimmte Gruppe wenden zu können. Ihr Publikum ist das bunteste und aus den verschiedenartigsten Theilen zusammengesetzte; sie muß, sofern sie nicht untergehen will, ihr Material aus verschiedenen Gebieten und Feldern sich holen, muß den Anforderungen eines aus heterogenen Elementen bestehenden Leserkreises auf eine vermittelnde Weise zu genügen suchen, und hat darum eine der schwierigsten Redakrionsaufgaben zu lösen. Diese äußeren, bis jetzt unbesiegbaren Hindernisse, müssen auch ein Jahrbuch in Der Annahme eines bestimmt ausgeprägten Charakters, so gut auch der Wille der Redaktion sein mag, stören. Ein blos auf historischem, oder belletristischem oder jedem andern abgeschlossenen Gebiete sich bewegendes Jahrbuch müßte an dem tadelnswerthen Jndifferentismus der jüdischen Masse—und zur Masse gehören gar Viele, die sich höher dünken — zu Grunde gehen." Ich glaube daher auch in dieser Beziehung Nichts an Der bisherigen Einrichtung des Buches ändern zu dürfen, zumal Vieledabei den „harmonischenEinklang," den Grundton, der durch das Ganze geht, doch nicht verkannt haben. So möge man diesen auch ferner nicht verkennen, und wenn mein Jahrbuch auch nur in die Kreise der Gebildeten dringt, wenn es nur in diesen Liebe zum Judenthume, Sinn für seine Geschichte itnb Literatur anregt und kräftigt,