Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 6 Jahrgang = Jahr (1848) 5608 (1847)
- Date
- 1847-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 57)
- Language
- German
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3 Popularität ab; sie klagen, es sei aus der Volkslitcralur getreten. Auch Herr Oberrabbiner Ilr. Z. Frankl sagte: „Dieses Jahrbuch (V. Jahrgang) reihet sich nicht nur seinen Vorgängern würdig an, sondern übertrifft sie dergestalt an Gediegenheit der Aufsätze, daß es sich fast zu einem wissenschaftlichen Jahrbuch umgestaltct, welches wohl der Gelehrsamkeit zum Frommen, dem Volksbuche aber, als welches es sich eigentlich geben will, zu einigem Nachtheil gereichen dürfte. Doch auch Volksthümliches ist hier genugsam geboten"—fügt er selbst freundlichst hinzu — „und schwerlich wird cs dem Herausgeber zum Vorwurf gemacht werden, daß das Buch viel und Vieles, eine Blumenlese auf verschiedenen Gefilden bringt." Ich könnte mich nun auf diese nnpartheiische und gewichtige Stimme selbst benifen, oder auch sagen: die lebhafte Theilnahme, die große Verbreitung, die das Buch gefunden, widerlegen wohl faktisch den Vorwurf der Unpopularität. Spräche aber sonst Nichts für meine Ansicht, wäre ich der Erste, den Vorwurf gerecht zu nennen, und die Richtung oder wenigstens der Ton des Buches müßte bald ein anderer werden; allein i ch habe es nie und nirgend ein Volksbuch genannt, und bin fcstüberzengt, daß Volksschriften im gewöhnlicher! Sinne, wie die neueste deutsche Literatur deren so treffliche bietet, beim Juden kein Publikum und mithin keine Anwendung finden. Der Jude ist durch Nichtbercchtigung zum Grundbesitz und Beschränkung in den Gewerben weder Bauer noch Handwerker, und seine unterste Klaffe besteht aus Hausirernund Proletariern, die leider noch auf so niederer Bildungsstufe stehen, daß sie erst auf ganz andere Weise herangebildct werden müßten, ehe es Zeit wäre, eine volksthümliche Literatur für sie zu eröffnen; die Intelligenz seiner Mehrzahl aber ist— so parador das klingen mag — der gewöhnlichen Volksliteramr überlegen, und wir sehen uns bei andern Völkern vert *