Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 349 (sequence 371)
- Language
- German
- Belongs to
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zu Schwarz Kostelletz. 34- Sprache vorgetragen, woran der bekannte hebräische Segensspruch sich reihte. Auf gleiche Weise ward sie auch beendigt. Das Mahl selbst fand ich bei alter Einfachheit doch sehr nährend und schmackhaft zubereitet. Die Kinder erhalten zum Frühstück Leichten Kaffee oder Milch, Mittags Suppe, Knödel (Kloße) oder Gemüse, und Rindfleisch, zur Vesper ein Vutterbrod und allenfalls noch Abends eine Suppe. Den Geist der Anstalt auf eine schöne Weise bezeichnend fand ich die Art und Weise, in welcher Lehrer und Lehrerinnen die Bedienung der Kinder bei Tische selbst übernehmen und fast ängstlich umsichtig darauf sehen, daß ja keines an dem ihm gebührenden Theil verkürzt werde. Endlich, um alles zu berühren sind die Schlafstellen zwar ein wenig gedrängt, und auf das allernöthigste Bedürfniß reducirt, aber rein und durchgehends in geräumigen hohen Zimmern vertheilt, die den ganzen Tag von der frischen Gebirgslust durchweht werden. Auch fehlt es eben so wenig bei Nacht wie bei Tag an sorgfältiger Aufsicht, indem in jedem Knabensaal ein Lehrer in jedem Mädchensaal eine Lehrerin schläft. Das Entgeld für die sogenannten Ertern en d. i. die im Orte oder der nächsten Umgebung Befindlichen, welche die Anstalt bloß als Schule benützen, ist ganz unbedeutend; für die Pension bei gänzlicher Verpflegung, und Musik und Tanz im Unterricht einbegriffen beträgt es 2 fl. C. M. die Woche, mithin, da die Kinder 4 Wochen tut Jahre bei ihren Eltern Ferien halten, nicht gar 100 fl. C. M. fürs Jahr; wahrlich äußerst wenig für dasjenige, was hier geboten wird, und nur dadurch erklärlich, daß hier bloß Philantropie nicht Spekulation die Hand im Spiele hat, was sich noch außerdem dadurch bewährt, daß in besonders berücksichtigenwerthen Fällen Kinder für noch weniger, ja wohl gar auch ganz unentgelvlich ausgenommen worden sind. Das vierfach gestrichene F. findet sich so recht hier. Die Kinder sind ftisch, fromm, folgsam, ftoh. Sie hängen mit aller Liebe an ihrem edlen Versorger, so wie an ihren Lehrern. Auch die Eltern sind dankbar und erkennen, welche große Wohlthat