Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 350 (sequence 372)
- Language
- German
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A60 Die israelitische Erziehungsanstalt ihnen hier um ein verhältnißmäßig Geringes erwiesen wird. Darum fällt es auch dem Herrn M. schwer, sich Bitten um Aufnahme versagen zu müssen, wie es die Unzulänglichkeit der Mitrel doch nicht anders herbeiführen kann. Aus anderweitiger leicht erklärlicher -Rücksicht unterbleibt auch die Aufnahme von Mädchen, welche das zwölfte Jahr überschritten haben; übrigens hat sich nach sorgfältig eingezogenen Erkundigungen aus der Vereinigung der Knaben und Mädchen in einer Erziehungsanstalt bisher kein Uebelstanv ergeben. Bei der steigenden Anerkennung, welche dieses Institut im Lande selbst erfährt, glaubt der Vorstand desselben die Anzahl der Pensionäre bald auf fünfhundert erheben zu können, wenn anders die Verhältnisse eine so zahlreiche Aufnahme jemals gestatten sollten. Herr Martin o wetz hat sich durch Begründung dieser Anstalt, und durch die Opfer, die er derselben an Zeit und Geld gebracht hat, ein erhebliches Verdienst um seine Glaubensgenossen in Böhmen erworben, und es steht zu hoffen, daß außer der wohlverdienten Würdigung auch die ihn gewiß noch lohnendere thatkräftige Förderung des umfassenden Unternehmens, nicht werde auf sich warten lassen. Ohne hier seinen eigenen Ab-und Aussichten vorzugreifen, glaube ich doch keine Indiskretion zu begehen, wenn ich die aus seinem Munde vernommenen beiden Wünsche wiederhole. Der eine geht dahin, daß ein eigenes Institutsgebäude aufgeführt und eingerichtet werden könne, wozu man mit dem erforderlichen Grundstück bereits versehen ist, der andere, daß ein Fond zur Stiftung unentgeldlicher Aufnahmsplätze für Waisen oder Kinder unbemittelter Ettern zusammengebracht werde. Den Bau und die Einrichtung eines eigenen Institutsgebäudes schlägt Herr M. auf 20,000 st. C. M. an und trägt sich mit der Hoffnung, daß ein hochherziger und mit Gütern gesegneter Wohlthäter dieses Kapital dem schönen und heilbringendem Zwecke entweder Geschenks — oder doch Vorschußweise (mit jährlichen Abzahlungen) widmen wolle. Den zweiten Gedanken gedächte er durch einen Aufruf an die Israeliten ganz Böhmens zur Verwirklichung zu bringen, und hofft vielleicht schon vorhan-