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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 326

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 326 (sequence 349)
Language
German
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326 Vorbemerkung. Lassen wir gerne den buchgetehrten Botanikern ihr Verdienst unbestritten, ja wir beugen unser Knie vor ihren Verdiensten und Leistungen; wir erkennen, daß sie es sind, die uns den holden Feengarten erschlossen, und jede Blume analysirt, und Ban unb Wachsthum erklärt haben; aber für diejenigen, die an den welken fahlen Blumen des Herbariums kein Gefallen finden, wollen wir ein frisch duftendes Sträußchen binden, auf abendländische Weise gewunden, und zwar aus ferner tropischer Zone hergeholt, nicht aber aus den Treibhäusern gepflückt, wo man mit Gewalt die fremden Pflanzen, wie sie sind, an unseren Boden gewöhnen will; oder vielmehr unserem Boden die Zumuthung machen wollte, der ihm fremden Pflanze Saft und Nahrung zu geben. So kann das bedeutend verringerte Interesse für die Sprache unserer Vorfahren wieder gesteigert, so der Sinn der Jugend für die heiligen Poesien wieder rege gemacht werden. Dazu dürfte auch eine Anthologie, welche die sorgfältigste Auswahl der poetischen Stücke und eine systematische Anordnung derselben sich zur Aufgabe macht, das Ihrige beitragen. Wir haben nach unseren schwachen Kräften hier einige Proben einer solchen Blumentese gegeben. — Der beabsichtigte Zweck wird sowohl die Aufnahme in dieses den Händen des Volkes zu übergebende Jahrbuch, so wie manche Uebersetzungslicenzen rechtfertigen. Wir haben somit den Standpunkt dieser Übersetzungen angezeigt, und es läge uns nur noch ob,über das gewählte Metrum wie über die Anordnung der Stücke Einiges voranszusenden; jedoch verbietet uns der Raum eines Jahrbuches hierüber ausführlich zu sprechen, und gedenken wir in den nächsten Jahrgängen unsere Ansichten etwas weitläufiger ans einander zu setzen. Nur des Folgenden können wir uns nicht erwehren noch hinzu zu' fügen. Der Hebräer kennt nun einmahl weder die Silbenzählung, noch den Reim, noch die kunstvoll verschlungenen Rythmen der Hellenen, und Stoff und Form durchdringen in den bibl. Dichtungen nur in sofern, als der Wortlaut mit dem bezeichneten Begriffe zusammenfällt. Läßt ch auch nicht läugnen, daß irgend ein Rythmus vorhanden sein müsse; so kennen wir doch dessen Gesetze nicht. Alle Versuche den jambischen, trochäischen oder daktyllischen Fuß'als bestimmte Norm anzunehmen, sind bisher mißlungen. Da wir aber einmahl dem Geiste der deutschen Zunge Vieles nachgeben, warum nicht auch ein dem Inhalt entsprechendes Metrum nach unserer Prosodie hinzufügen?' Was endlich den so vielfach besprochenen Parallelismus, dieses Prototype Metrum der Bibel, betrifft, so ist er nur die freie Symmetrie der Bilder und Gefühle, die wie Meereswellen auf und niederfluthen und gegen einander wogen, und die sich dann in den einzelnen Versgliedern wieder ausdrückt. Diese Harmonie ist keine künstlich und daher absichtlich herbeigeführte Form, und hat vielmehr in dem Parallelismus der Gedankenreihen ihren Grund, daher wir oft

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