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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 299

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 299 (sequence 322)
Language
German
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Das alt' Babele. 29zu, nannte ihn mit den süßesten Namen, verglich ihn mit Gold, Zucker und Perlen, dann, wenn das alles nichts fruchtete, nahm sie den dicken „Sidur," (Gebetbuch) her, und sprach mit lauter Stimme einige Psalmen heraus. Die Vögel machten Musik dazu und der Nußbaum rauschte gar gewaltig. Da tönten mit einem Male die drei bekannten Schläge eines hölzernen Hammers an der Hausthüre. Es war das Zeichen zum Minchageber (Abendgebets das der Schulklopfer gab. Gleich darauf erhob sich das Großmütterlein, und begann in Dem alten Sidur eifrig zu beten. Sie hatte sich dabei gegen Ost gewendet, bückte und beugte sich nach allen Seiten, und als sie in den 18 Segnungen zu jener Stelle kam, wo man den Herrn des Himmels um Genesung der Kranken anfleht, mußte sich ihre Seele von altem Erdentand losgerissen haben. Da sprach sie so flehend, so; innig und gläubig, als sähe sie Gott auf seinem Richterstuhle sitzen und trüge ihm ihre Bitte von Angesicht zu Angesicht vor. Wunderbar genug hatte sich während dieser Zeit die Macht des Wundfiebers gebrochen, und der Knabe lag still und ruhig in seinem Bette. Das Großmütterlein betete noch; da öffnete sich leise die Thüre und herein trat ein schönes Mädchen. Das Babele grüßte die Eintretende mit stillem Kopfnicken, und fuhr im Gebete fort, Denn sie durfte nicht ,.mafßik" sein d. h. sie durfte ihre Lippen nicht zu weltlichem Gespräche öffnen. Doch der Knabe rief sogleich, als erste sah, freudig: Golde, Golde, bist du's wirklich, und streckte der Schwester, denn sie war es, unter der Bettdecke die Hände entgegen. Die Schwester hatte sich aufs Bett des schwarzen Maierl hingesetzt und koste und schmeichelte ihm. Da schien sich aber des Knaben mit einem Male eine Art Abneigung gegen Golde bemächtigt zu haben; er duckte sich von ihr fort und schob die Hände weg, die sie beschwichtigend aufseine heiße Stirne gelegt hatte. , Gelt, sagte er, Du hast den langen Landtagsherrn draußen vor der Thüre stehen, und hast Dich nicht getraut ihn herein

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