Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 290)
- Language
- German
- Belongs to
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Romantik. 2ß7 Freuden, er that es blos aus Gewohnheit und Pietät für die Sitte. Er kehrte heim, und sprach den Abendsegen, (H a b d a l a h,) um den heiligen Sabbat mit Feier zu verabschieden, wie er ihn begrüßt hatte. David kam noch immer nicht. Die Mutter weinte, Samuel ward düster, und zum ersten Male in seinem Leben ward ihm das Fest getrübt, denn David war sein einziger Sohn. Er stellte am andern Morgen Nachforschungen an. — Niemand wußte ihm Bescheid zu geben. — VI. Wohlthätig wirkte die Kühle der heitern Juli-Nacht auf die von der Hitze des Tages ermatteten Glieder, und der blaue goldgestickte Himmelsteppich blickte freundlich auf das weite Thal bei Dünaburg nieder, in dessen Mitte einige Freicorps des polnischen Heeres ihr Lager aufgeschlagen hatten. Wie oben der Mond zwischen den zahllosen Sternen, so ragte hier unter den vielen Feldhütten, die wie eine Heerde weißer Lämmer herumgelagert waren, ein prächtig geschmücktes Zelt hervor. Es war offenbar für den Chef dieser Compagnien bestimmt, und lag einem dunklen Buchenhaine gegenüber, der, mit wildem Gestrüppe umzäunt, sanfte Kühlung dem Lager auf regen Lüften zuwehte. Zwei Schildwachen gingen vor dem Commandozelte auf und nieder, und richteten ihr Augenmerk vorzüglich auf das Gehölze, welches den feindlichen Spähern einen bequemen Versteck darbieten konnte. Kamerad, sprach Einer der beiden Soldaten, es ist gut, daß wir hier zwei beisammen sind, denn im Haine dort soll es nicht ganz geheuer sein, und jetzt ist nicht weit von Mitternacht Schämst du dich nicht dieser weibischen Furcht? Ein Soldat und eine solche Memme Furcht ist gerade meine Sache nicht, des Tags stehe ich meinen Mann, aber die Nacht ist keines Menschen Freund. Zehn Moskowiter übernehme ich lieber, denn ein- 12 *