Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 268 (sequence 291)
- Language
- German
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268 Judenthum und Gespenst ergänzte spottend der Andere. Na, an Gespenster glaube ich zwar nicht, aber an geheime Naturkräfte die — doch ich mag den Teufel nicht an die Wand malen, setzte er zitternd hinzu; es ist besser, wir plaudern Eins zusammen. Unter wem dienst du? Unter GL elgud. Ei, Gotts Blitz, da sind wir ja bei einer Compagnie. Wie heißt du? Dagobert Und ich Salouschek, bin aus Warschau, habe dort einen Krämerladen, und bin rein aus Vaterlandsliebe hierher gekommen. Mein Weib, die Minka aus Lonicz wollte das zwar nicht zugeben. —Ja die Minka, die ist ein Mordweib, die mußt du einmal kennen lernen. Wenn die das Commando hätte, die triebe die kecksten Bursche zu Paaren. So schwatzte der redselige Salouschek, um seine Furcht vor der Geisterstunde zu verbergen, als es plötzlich im Laube der Bäume rauschte. Er sah hin nach dem Haine; da bogen sich dieZweige auseinander, und eine sonderbare Gestalt wand sich aus der Hecke hervor. Salouschek ward ihrer kaum ansichtig, so fiel er wie Espenlaub zitternd auf die Knie. Auch Dagobert ward überrascht, doch ermannte er sich, und donnerte dem Gespenste „Wer da" entgegen. Keine Antwort erfolgte, die Gestalt blieb stehen, und schaute ringsherum. Alle guten Geister loben Gott den Herrn, sprach der zitternde Salouschek. Es ist der Gott sei bei uns. Wir sind verloren, er hat zwei Hörner auf dem Kopfe. „Wer da", schrie Dagobert jetzt beherzter, denn er erkannte im Schimmer dcs Mondes, daß die Gestalt eine halb männliche, halb weibliche Kleidung trage, und daß die zwei Hörner nur die Zipfel eines über den Kopf gebundenen Tuches seien. Allein die Gestalt gab auf das wiederholte Anrufen keine Antwort, und Salouschek drückte die Augen zu, und sagte im Herzen , seiner Minka Lebewohl. „Wer da, oder ich gebe Feuer," rief Dagobert zum dritten Male — und legte sein Gewehr