Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 217

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 217 (sequence 241)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2609281-3184084--1349-3185460
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

eine biographische Skizze. 217 meinde zu Amsterdam eingeführt ist, und von dem Augenblicke an, als ich Dieses las, verließ der fromme Wunsch mich nicht, auch in Tarnopol einst eine ähnliche Anstalt errichten zu können." Leiver aber war das erste Jahrzehend des gegenwärtigen Jahrhunderts der ungünstigste Zeitpunkt zu solch einem Unternehmen; denn, nicht allein empfand kein einziges Mitglied der Tarnopoler Judengemeinde das entfernteste Bedürsniß zur bessern Erziehung und Schulbildung der Kinder, sondern die verhängnißvolten Wirren, die damals ganz Europa und unser geliebtes Vaterland insbesondere umstrickten, mußten noch hemmend jedem geistigen Streben entgegen treten; vor den Invasionen bewaffneter Feinde, vor der innersten Zerrissenheit im eigenen Herde, konnten Werke friedlicher Musen unmöglich gedeihen. — Kaum aber daß 1809 temporäre.Ruhe eingetreten und der Tarnopoler sammt einem angränzenden Kreise unter russische Botmäßigkeit kam, faßte der wackere Perl neue Hoffnung, seinen Lieblingsgedanken verwirklichen zu können, umsomehr, als allgemeiner Wohlstand sich verbreitete, seine eigenen Umstände durch lukrative Geschäfte sich bedeutend verbesserten, die Volkszahl der jüdischen Gemeinde nahmhaft zunahm und Vielen, voll Perl ausgerüttelt, ein geistiges Licht aufzugehen begann. — Bis 1812 arbeitete Perl im Stillen an der Ausführung seines Planes, und als dieser reifte, als er sich im Besitze hinlänglicher Mittel, alle Hindernisse im Geiste besiegt sah, trat er öffentlich auf und begann damit, alt die Waffen seines mächtigen Geistes, seinen durchdringenden Verstand, seine unwiderstehliche Ueberredungsgabe dazu anzuwenden, um mehrere Familien zu veranlassen, mittlerweile eine Privatschule zu errichten. Schnell wurde zur Ausführung geschritten, der größte Theil des eigenen Hauses zum Schullokale eingeräumt, einige tüchtige Lehrer, von denen Herr Frühling, ein würdiger Greis und ausgezeichneter Schulmann noch bis zur Stunde in der Anstalt segenreich fortwirkt, wurden berufen und 1813 begann mit 16 Schülern ein Kursus in dem Elementar-Unterrichte der hebräischen, deutschen und französischen Sprache. 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.