Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 242)
- Language
- German
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218 Joseph Perl, III. Periode (1813 — 1825.) Glücklicherweise wurden die Bemühungen P erl's von dem russischen Senateur Theyls, dem die Verwaltung dieser neu russischen Provinze anvertraut wurde, einem eben so gelehrten als äußerst humanen Manne, aufs anerkennendste gewürdiget, und aufs kräftigste unterstützt; und da die Zahl der Schüler schnell bis auf 100 sich vermehrte, so entstand das unabweisbare Bedürfniß, ein eigenes Schulgebäude zu erbauen. — Vom Gedanken zur That war beim rüstigen Perl nur ein Schritt — und nach Verlauf von zwei Jahren (1815) prangt ein prachtvolles Schulhaus mit einer aufs glänzendste ausgestatteten Synagoge in der Mitte Tarnopols. Ein herrliches Monument, das Perl seinem eigenen Ruhme gesetzt, das für alle Zeiten Zeugniß ablegen wird, von dem, was ein gottbegeisterter Mann bei noch so unbesiegbar scheinenden Hindernissen zu leisten vermag! — Die Baukosten wurden zum großen Theil aus den eigenen Mitteln Perl's, theils aus den bedeutenden Summen, um welche die Sitze in der Synagoge verkauft wurden, bestritten. Am Wochenfefte des Jahres 1815 wurde die Schule von dem Stifter zu ihrer hohen Function eingeweihet, und bald darauf kam Larnopol wiederum unter Oesterreichs glorreichem Szepter zurück. Dennoch konnte der großmüthige Kaiser Alexander nicht umhin, ein Jahr später dem verdienstvollen Perl durch Uebersendung der goldenen Ehrenmedaille, seine kaiserliche Huld erweisen zu lassen. Daß nebst hoher und höchster Anerkennung Perl beim großen Heere der Zeloten und Finsterlinge Undank, Haß und Verfolgung einerndtete, war ein Loos, das er mit allen Heroen der Menschheit theilte. Nach Errichtung der Schule legte Perl auch eine hebräische Buchdruckerei an und veröffentlichte einen Kalender, dem ein hübsches, belletristisches Jahrbuch beigegeben wurde. — Bis zum Jahre 1819 behielt aber die Schule immer noch den Charakter einer Privatanstalt, noch immer ermangelte sie aller Garantie für die Zukunft und der weise Stifter war be-