Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 239)
- Language
- German
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215 eine biographische Skizze Zweite Periode. (1800 bis 1813.) Als so der Chaßidismus schnell und sichtlich auszuarten begann, da mußte natürlich der reine und keusche Sinn Perl's vor seiner eigenen Verblendung mit Abscheu zurückschaudern, und mit Riesenkraft entwand der erhabene Geist der finstern Lehre sich, um schnell zu besserem Bewußtsein zu gelangen, in welchem schweren Kampfe sein Vater, dessen gesundem Menschenverstände die Verirrung des einzigen geliebten Sohnes nicht zusagte, ihm hilfreich zur Seite stand. Er führte ihn nämlich in's Geschästsleben ein, suchte ihm Sinn für Handel und Erwerb beizubringen, schickte ihn auf Reisen nach Ungarn und Wien, von denen der geliebte Sohn geistig genesen zurückkehrte. Mit dem Beginne des gegenwärtigen Jahrhunderts warf sich nun Perl mit der ihm eigenthümlichen Ausdauer auf das Studium der Bibel und der hebräischen Grammatik; der מורה הנבוכים, der בעל העקידה , der חובת הלבבות fesselten mächtig seinen nun erlösten Geist. Bald darauf kam Perl in freundschaftliche Berührungen mit einigen höher strebenden jungen Leuten der benachbarten Stadt Brody, wohin der große Welthandel ftüher als anderswohin in Galizien, Elemente der Gesittung und der Zivilisation verpflanzte, und knüpfte einen engen Freundschaftsbund mit dem dortigen lieblichen und sanften Romanzendichter Beer Günzbürg, dem wackern Mitarbeiter an den neuen מאספים, dem Herausgeber des לשק למורים , dessen Name Ln der hebräischen Literaturgeschichte nicht genug gekannt zu sein scheint, und der es wohl verdiente, durch eine umfassende Biographie in Ehren rehabilitirt zu werden. Perl wußte nun seinen Vater dahin zu stimmen, den geliebten Freund Günzburg zu sich in's Haus nehmen zu dürfen, wo dieser zwei Jahre weilte, mit großer Umsicht die Studien des jungen Mannes leitete, und ihm Geschmack für die