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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 195

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 195 (sequence 220)
Language
German
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IRI
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Briefe aus Galizien. 195 Sunt Aristokraten, der keinen Andern neben sich oder gar über sich dulden, sich aber auch nicht einem bestimmten Gesetze unterwerfen, einer festen Ordnung fügen mag. Da muß ihm denn das kleine Bethaus besser behagen, wo er weniger Schwierigkeit findet seinen Rang und seine Rolle als 21 und l’.u zu behaupten. Dieser dünkelvolle, auf Ahnen, Reichthum oder Gelehrsamkeit pochende und auf das gemeine Volk mit Verachtung blickende Aristokratismus stehet überhaupt jeder Vereinigung der Gemeindekräfte und dem Aufblühen eines tüchtigen Gemeindewesens gar sehr im Wege. An Großherzigkeit fehlt es übrigens dem Volke sicherlich nicht, und was es für höhere Zwecke zu leisten fähig wäre, so sie ihm nahe genug gelegt würden, beweisen nicht bloß die reichen Spenden, die den chaßidischen Wunderheiligen zufließen, sondern auch die Willigkeit, mit der die Armuth den kleinen Bethäusern und Klausen so wie den wirklichen oder vermeintlichen Cultusbedürfniffen den letzten Rothpfennig darbringt. Um die gleiche aufopfernde Theilnahme wirklich heiligen und gemeinnützigen Bestrebungen trnd Anstalten zuzuwenden, müßten dieselben seiner Einsicht und Erfahrung näher gebracht und gewissermaßen zu den feinigen gemacht werden. Sehr erfreuliche Erscheinungen sind auch von diesem Gesichtspunkte aus betrachtet die Spitäler, die m den größten Gemeinden bereits in einem blühenden Zustande sich befinden und in den andern Städten sich nach und nach emporarbeiten. Diese Zufluchtsstätten der leidenden Armuth, an und für sich bei einer zahlreichen Bevölkerung so wohlthätig und nothwendig, haben noch das Gute, daß sie einem neutralen, dem religiösen Partheihader fern liegenden, Boden angehören und somit allen Partheien nicht bloß einen Vereinigungspunkt sondern auch Gelegenheit bieten ihren Gemeinsinn zu bethätigen und auszubilden. Diese Gelegenheit wird auch meistens trefflich benützt, und es stirbt z. B. tu Lemberg und Brodp selten ein Reicher, ohne das Spital mit einem namhaften Legate zu bedenken. Ist der Bedarf dieser Anstaltert einmal vollkommen gedeckt und dadurch der sprechendste Beweis hergestellt, wie viel beharrli-

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