Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 211)
- Language
- German
- Belongs to
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186 Kräftige Arznei pflanzen wir unsere angeborne Bosheit fort, den von Zugenv auf uns eigenen bösen Sinn. Ach, -u allmächtiger Gott! einige unser Herz zu Lieben und zu fürchten deinen Namen. Wir haben viel schöne Sittenschriften, deutsch und hebräisch, aber die verstockten Herzen werden doch nicht anders, alle unsere Uebelstände und alle unsere bösen Eigenschaften sind nicht abzuwenden, weil wir nicht von Jugend auf unsere Gebete verstehen lernen, daß wir השם יתברך um gute Sitten anrufen könnten, wie König David gethan hat. Und wenn schon alle Strafredner von der Welt kommen, so ist die Bosheit nicht abzuwenden, und wenn selbst unser Lehrer Moscheh aufstünd', so könnt' er schwerlich die Welt anders machen, man müßte denn den Kindern den Unterricht wohl zu Herzen führen, יראה und אהבה von Zugend an einpflanzen; dann werden sie השם יתברך von selbst um gute Sitten anrufen, dann werden sie das Strafwort von den Rednern annehmen, weil sie schon vorher יראה und אהבה erlernt haben. Denn König Salomo spricht: Nede nicht dem Spötter ein, er konnte dich hassen, rede dem Klugen ein, und er wird dich lieben." Das wollen wir versichern, wenn die jungen Kinder ihre Gebete zwei oder drei Jahre deutsch lernen, wie die הםירים haben wollen, daß ihr jung Herz recht versteht, was sie lernen, dann werden sie mir der Zeit erst rechten Appetit haben, die hebräischen Gebete mit Scheu und Ehrfurcht zu beten; dadurch könnten die gemeinen Leut' auf dem Lande zu Frömmigkeit kommen, dabei ehrlich ihre Nahrung finden, sie würden nicht so leichtfertig sein, wie wir sind, unv verstünden hebräisch besser als jetzt. Wie thun die ספרדים? sie lernen mit den kleinen Kindern zuerst in der Muttersprach, hierauf lernen sie hebräisch mit שורש und דקדוק zwei bis drei Jahre lang, dadurch verstehen sie alle hebräische Bücher, und ihre Gebete. In Italien besitzt ein Theil Gebete in welscher Sprache, und sie sind dennoch bewandert in כתובים u. הורה, נביאים; dadurch können sie den Ungläubigen Antwort geben. Wenn man aber uns fragt über den Glauben, so stehen wir wie ein Stummer, der den Mund nicht öffnet; da sagen die Völker, wir wären keine יהודים,