Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 181)
- Language
- German
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54 Skizze einer Geschichte darin, daß weiter zurück auch nicht ein Einziger genannt, auf dessen Lehren die Kannten sich beriefen, und daß sie in ihrem Gebetbuche in den Erinnerungen an Verstorbene ebenfalls An an als den Ersten nennen, auf dessen Seele sie Gottes Segen erflehen. Alle Bemühungen der jüngeren Geschichtschreiber, den Karaismus weiter hinauf zu rücken, und wohl gar mit der Schule Schammai in Verbindung zu bringen, sind vergebens, und nur die allgemeinen Elemente nach den oben gegebenen Andeutungen waren im Volke beständig vorhanden, um bei einem Impulse den eigentlichen Karaismus zu erzeugen. Die Gesammtgeschichte desselben seit An ans Auftreten läßt sich unserer Ansicht nach in sechs Epochen abtheilen, die wir also bezeichnen mochten: 1. Die Zeit der Gestaltung des Karaismus, von Anan bis Salm o n ben Jeruch am, d. i. 750 — 900. 2. Erkrästigung des Karaismus durch biblische Studien, Gesetzsammlungen, Liturgie und vorzüglich durch beständigen literarischen Kampf gegen ben Rabbinismus, von S a l m o n bis Jehuda Hadassi, 900 — 1150. 3. Fortbildung der Hermeneutik durch Philosophie, Anwendung der Philosophie auf theologische Erörterungen; von Jehuda Hadassi bis Ahron ben Joseph, 1150— 1260. 4. Feststellung der Liturgie, Erweiterung der philosophischen Anschauungen, Rückkehr zur karaitischen Orthodorie, von Ahron b. Joseph bis Ahron b. Elijahu 1260 — 1360. 5. Entwickelung literarischer Thätigkeit, Aufstellung vollständiger Gesetzsammlungen, von Ahron ben Elijahu bis Elijahu Beschizi. 1360 — 1500. 6. Ruhiger Fortgang des Karaismus, literarische Verbindungen mit Nichtkaraiten, Versuche die ältere Geschichte zu entwirren, und den Karaismus gegen Verkennung zu vertheidigen. Wir fügen nur noch hinzu, daß die Schriften der ersten Periode Anfangs in rabbinisch-chaldäischer, dann wohl bald auch in arabischer Sprache verfaßt sind; — daraus ist zu schließen, daß das Meiste im Morgenlande, wo nicht auch im Mogreb verfaßt worden. Mit dem Beginne der dritten Periode ist der Sitz der Gelehr-