Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 153)
- Language
- German
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Die Juden Italiens. 125 bald auch als Uebersetzer und Nachahmer (nach klassischen Mustern in's He- 'dräische und Arabische, und aus diesen in die Landessprache) Wesentliches geleistet haben. Mehr als einer ihrer frühern und spätem Dichter hat Dante'sche und Petrarkische Reminiscenzen überaus glücklich der neu < hebräischen Poesie einverleibt, Einer sogar, der geniale Immanuel, zu nicht geringem Aergerniß aller gleichzeitigen frommen Autoren, den sarkastischen und sehr wihigen, nur auch dann und wann (vieleicht absichtlich) etwas unflätigen Boccaccio mit vielem Erfolge nachgeahmt. Aber auch in andern Fächern des Wissens zeigten sich die Juden der apenninischen Halbinsel als fruchtbare und geschickte Bearbeiter — wenn auch nicht immer als Schöpfer neuer Systeme: und es konnte bei solcher Vertrautheit mit der jedzeitig florirenden Äitteratur ihre eigene Wissenschaft (wir dürfen sie ohne Bedenken die nationale nennen) die der jüd. Theologie überhaupt, so wie der bibl. und talmud'schen Eregese ins Besondere unmöglich jener Berkümmerung verfallen, die leider die meisten wissenschaftlichen Bestrebungen der nordischen Juden in den letzten Jahrhunderten verunstaltet und unfruchtbar gemacht hat; fest und von den italienischen Rabbinen treu bewahrt,. aber auch nicht mit Kommentaren über Kommentaren vermehrt, d. h. verwirrt, ist das R.tual- und Ceremonial - Gesetz, nach welchem sie entscheiden, im großen Koder des altseitigen Maim un i, — so wie die streng Wissenschaftlichen Entscheidungen Jsaac al-Fezis und Joseph Caro's in etwa zweifelhaften Fällen,- die Basis, auf die ihre Aussprüche sich berufen; und mancher streitige Punkt des religiösen Ceremoniells, der die Judenheit der kält er n Zone in Bewegung gesezt hat (wir erinnern nur beiläufig an die viel und — fruchtlos besprochenen ״Lebensfragen״ der Synagoge: מקום הבימה בבה״ב, מיני קטניות, נלח ראש, מקואות, רי הנשה und m. dgl.) war hier längst abgemacht oder —außer Praris gekommen ), ohne daß darüber solcher Sturm entstanden wäre, wie dort, wo die Rechtgläubigkeit oder die — Erkomunikation eines Rabbinen oft von dessen Mipflichtung oder Widerlegung irgend eines minutiösen Gegenstandes abhängig gemacht wurde. Daran hatte aber nichts von jener Oberflächlichkeit Lheil, welche die nordischen Rabbinen den italienischen so gerne vorwerfen, sondern eben die ernste Wissenschaftlichkeit, die diese Theologen von jeher ausgezeichnet hat. Und während dort im Norden vor noch nicht langer Zeit zur Uebernahme eines ansehnlichen Hirtenamtes die Kenntniß der Bibel nicht gerade absolut nothwendig gefunden wurde — (man denke an Polen und die diesem noch immer nacheifernden Gegenden Ungarns, Galliziens und der Wallachei) — hat die ehrwürdige Urkunde in Italien nie aufgehört, die 1) Und der Usus hat doch sonst bei den Tanaim eine wichtige Stimme: ¬פוק חזי מה עמא דבר" und das so häufig mißverstandene, zur bindenden Norm potenzirte "״מנהג עומד הלבה