Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 114)
- Language
- German
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Juden in Ungarn 85 fel auch die Juden ihr gutes Theil zu tragen hatten, dann die Partheikämpfe, denen die jüdischen Einwohner sicherlich ganz fremd gebXieüett; ferner der Kampf mit dein aufstrebenden Protestanismus, welcher den Glaubenseifer die Juden übersehen ließ. Die Judenordnung Ferdinand!. vom Jahre 1528') hatte in Ungarn keine Geltung, und rrur in den unter deutscher Regierltng stehenden westlichen Gespannschasten war ihr Wohnrecht auf Güns und Eisenstadt beschränkt (31. Jänner 1544)*). Erst zweiundfünfzig Jahre nach der Schlacht bei bei Mohncz,— unter Rud olf U. in Ungarn l, — geschieht der Juden wieder Erwähnung, in dem zweitetr Gesetzartikel vom Jahre 1578. Dieser Gesetzartikel enthält die Bestimmung, daß die Judeir und Anabaptisten:t), welche Häuser besitzen, alle Steuer und Lasten doppelt bezahlen müssen, damit sie um so schneller auswandern sollen, (quo oitius emigrent)4). Da dre doppelte Belastung noch nicht zum Ziele führte, so wurde durch den zehnten Gesetzartikel des Jahres 1595 beschlossen, daß die Anabaptisten unb Juden monatlich 50 Silberpfennige für jeden Kopf zu zahlen haben. Ob dieses Gesetz lange beobachtet wurde, wissen wir nicht. Jedenfalls haben wir Grund, dies zu bezweifeln, da die Juden bald darauf wieder als Pächter königlicher Regalien erscheinen, in welcher Eigenschaft sie ganz gewiß mit Schonung behandelt wurden. Aber auf ähnliche Weise, und wohl durch ähnliche Einflüsse, wie unter Andreas II., wurden sie unter Ferdinand 1l. durch ein Gesetz von der Pachtung der Mauten und des Dreißigst ausgeschlossen"); aber dieses Gesetz wurde so wenig ausgeführt, wie das Andreanische, und die Juden blieben nach wie vor in der Ausübung und im Genüsse ihrer Pachtungen. Wie früher S i gm und und Albrechl, hat auch 1) Die Juden in Oesterreich r. 110 ff. 2) it.ru S-117. 3) Wiedertäufer, Laufgesinnte, eine christliche (sekte, welche die Kindertaufe verwirft, und diese Zeremonie nur an Erwachsenen vollzieht. 4) Der Zusatz ^qui in Hungauia pancissimi sunt'-1 * * 4 bezieht sich offenbar auf die Anabaptisten. s) Art. 15. §. 2. Anni t63o.