Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1846-01-01 · 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846) · p. Seite 83

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
Date
1846-01-01
Page
Seite 83 (sequence 112)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2609281-3184084--1220-3185331
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Juden in Ungarn 83 „Faltsucht, der Btutflujj und der Schlag, und ein plötzlicher Tod raffe mich „hin, daß ich zu Grunde gehe an Leib und Seele und meinen Sachen, und „daß ich nie komme in den Schoos Abrahams '). Wenn ich schuldig bin, „vernichte mich das Gesetz, welches dem Mose aus dem Berge Sinai gegeben wurde, und Alles, was in den fünf Büchern Moses geschrieben ist, „verwirre mich. Und wenn dieser mein Eidschwur nicht wahr und recht ist, „so vertilge mich Adonai und die Macht seiner Göttlichkeit. Amen!" Bei Ablegung des Eides soll der Schwörende sein Angesicht gegen Osten wenden, bloßfüßig stehen, mit Tefiltin und Talis bekleidet sein, mit der Hand ein Sepher-Thora berühren, und dasselbe halten. Was nun die Verwünschungen der Eidesformel betrifft, so sind dieselben wirklich nech gelinde zu nennen, im Vergleiche zu dem abenthelterlichen, angeblich aus dem zehnten Jahrhunderte stammenden Dialoge, der von Selden angeführt imt'b1); im Vergleiche zu dem Judeneide des Schwabenspiegels'), und im Vergleiche zu der fast komischen Katcchests, welche Elziar von Billeneuve zur Beeidung der Juden verfaßte?) Viele unserer Leser wird es ohne Zweifel sehr überraschen, zu vernehmen, daß der genannte Stephan von Werböez, der früher Protonotar des Inder Euriae und dann Palatin von Ungarn gewesen war, im Jahre 1541 auf dem jüdischen Gottesacker zu Ofen begraben wurde'). (Es lag dieser Gottesacker an der westlichen Seite der Stadt, vor dem Stublweißenburger Tbore, welches damals Judenthor hieß.) Veranlassung dieses seltsamen Begräbnisses war der Umstand , daß der gewesene Reichspalatin nach der vollendeten Einnahme Ofens durch Solejman (1. September 1541) sogleich in türkische Dienste trat, und Richter über Ofens christliche Einwohner wurde. „Ein Pascha^ — erzählt ein deutscher Geschichtschreiber — „pflanzte in Ofen die Roßschweife auf. Unter ihm paradirte der Advokat, der Gesetzmacher, der An- 2) Trip. P. III. Tit. 36. 3) Seid, de Synedriis 1. pag* 485. 4) Jost VH. 250. 5) 2 o st idid. pag. 10 nach Bengnot und Casteudü ii) Pray Tom .111. pag. (»9.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.