Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 58)
- Language
- German
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28 Rückblick auf entzogen würden. Man müsse anerkennen, wie die Israeliten sich jetzt den Wissenschaften, Künsten, Gewerben und dem Ackerbau widmen, und daß ihre Söhne von dem „Schmusen" und Schachergeschäfte immer mehr abstehen. Die Christen haben im Verkehr mit den Israeliten nichts zu besorgen, wenn die bürgerlichen und gewerblichen Verhältnisse dieser günstiger gestellt werden; dieselben seien Geschöpfe Gottes wie die Christen. Schweickardt bedauert, daß §. 135 der Verfassung die Israeliten noch von dem vollen Genüsse der staatsbürgerlichen Rechte ausschließe) auf die Länge aber werde sich eine solche Ausschließung nicht halten lassen, und er würde gerne einen Israeliten unter der Zahl der Volksabgeordneten sehen, denn ein solcher könnte nur durch vielfache Verdienste sich das erforderliche Zutrauen unter unserem Volke erworben haben. Der Redner rühmt dann noch besonders der Fürsorge der Israeliten für ihre Armen. Krauß beruft sich auf die statistischen Notizen des Kommissionsberichtes, und erklärt sich dafür, daß die Juden des Staatsbürgerrechtes in vollem Maaße würdig seien. Wenn noch mehrere den Schacherhandel treiben, so rühre dies wohl daher, daß sie i828 schon zu alt gewesen, um einen anderen Beruf zu ergreifen; für diese dürfte immer noch eine Beschränkung bleiben. Auf diese Weise sprachen alle Redner, und als es zur Abstimmung kam, wurde der Kommissionsantrag durch Akklamation einstimmig angenommen. Am 12. Juli trat nun die Kammer der Standesherren dem Beschlüsse der zweiten Kammer gänzlich bei. Die nächste Ständeversammlung wird daher den Gesetzentwurf von der erlauchten Regierung empfangen.— Bekannt ist es, daß seine Majestät der König von Würtemberg von der humansten Gesinnung beseelt ist. So hat er auch im verflossenen Jahre den Banquier Simon Biedermann in Wien zu seinem Consul daselbst ernannt. — Daß auch in Baden ein vorurteilsfreier Bürgersinn vorherrscht, zeigte sich darin, daß in Karls ruh e zwei Israeliten, die Herren D. Kusel und Obergerichtsadvokat E t t l i n g e r in den engem Bürgerausschuß gewählt wurden. In Hessen-