Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 5 Jahrgang = Jahr (1847) 5607 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 57)
- Language
- German
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das Jahr 1845 27 Geiste der Glaubensfreiheit, der Humanität und der Duldung, die durch die Verfassung gestattete Gleichstellung der verschiedenen Glaubensgenossen fördern. Goppelt: Was vom Standpunkt der Humanität und politischen Gerechtigkeit über diese Frage gesagt werden könne, sei schon längst erschöpft; er schließe sich denjenigen an, welche der Meinung seien, daß ein unleugbar so glücklich begabter Volksstamm mit uns sollte zusammen wohnen können, unter Bedingungen, deren sich weder der eine noch der andere Theil zu schämen hätte, — denn Viele glauben, der Vorzug der eigenen religiösen Vorstellung könne nicht schlechter geltend gemacht werden, als indem man sich inhuman oder ungerecht zeige. G w i n n e i*: Es sei nicht zu verkennen, daß das Gesetz vom Jahre 1828 auf die Entwicklung der gewerblichen und moralischen Verhältnisse der Israeliten günstig eingewirkt habe. Das Bedürfniß einer Revision des Gesetzes im Sinne des Fortschrittes sei aber allgemein anerkannt. Die jetzige Zeit dürfe einem veralteten Vorurtheile nicht länger dienstbar sein) sie dürfe einen aus religiösen Glauben gestützten Unterschied in Beziehung auf den öffentlichen Rechtszustand der Staatsbürger nicht länger anerkennen. Der Druck und die Geringschätzung, welchen die Israeliten Jahrhunderte lang ausgesetzt gewesen, sollten nur noch der Geschichte angehören. Man erfülle nur einen Akt der Gerechtigkeit und Humanität, wenn man auf der Bahn der Emanzipation weiter schreite. Die würtembergischen Stände werden in einer solchen Handlung auch nicht allein stehen, denn fast alle deutschen Regierungen und Stände haben die deßfallsigen Forderungen der Zeit erkannt, und ihnen Rechnung getragen. Man dürfe auch hoffen, daß die würtembergische Regierung den Wünschen der Stände umso mehr bereitwillig entgegen kommen werde, als sie schon in dem ursprünglichen Gesetzentwurf habe weiter gehen wollen, als mit den 'Ansichten der damaligen Ständeversammlung vereinbar gewesen. Rettenmair: Die Israeliten haben seit Jahrhunderten schwer gelitten, und es wäre ungerecht, wenn denselben blos wegen ihrer Religion die allgemeinsten Menschenrechte noch länger 2 *