Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 222

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 222 (sequence 289)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2609281-3184082--1090-3185200
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

222 Prinz und Derwis. die hebräische Poesie — die vorzüglich, doch nicht durchaus, als religiöse oder liturgische erscheint—den Brennpunkt, in welchen alle Strahlen Des jüdischen Geistes und Gemüthes zusammenlausen. Soll nun erst der verklärte Geist desAlterthums wiedererscheinen, soll die Rede- und Ausdrucksweise des Orients in die moderne, europäische sich verwandeln-, so ist „die ewig junge Phantasie" mit ihrem poetischen Schmuck nicht abzuweisen. — Natürlich daher und norbwendig erscheint uns demnach die herrschend gewordene Richtung der Gegenwart nach lirerar-geschichtlicher Forschung im Gebiete der hebräischen Po esi e, namentlich durch Dukes Schriften und Abhandlungen repräsentirt ^anderseits die poetische Bearbeitung des reichen Schatzes überkommener Weisheit, von der es beißt: „Frage nur das Geschlecht der Altvordern, und erforsche den Sinn der Väter" u. s. w. 1 2) — Dabei ist aber auch nicht zu übersehen, daß die schon weirgediehene und fortdauernde Umwandlung unsers Lebens und Denkens, unseres Innern und Aeußern, die im Allgemeinen abnehmende Kunde der jüdischen Vergangenheit jene wiedererweckten Geister der Alten fremd und unkenntlich macht. Darum müßten die Resultate jener wissenschaftlichen Forschungen immer mehr auch dem großen Publikum näher gebracht, der Sinn für den Inhalt unserer Schriftdenkmäler, durch verbreitere allgemeine Kunde desselben, seiner Form, seiner Ouellen u. s. w., erweckt und erhalten werden. Hier haben wir uns zur Aufgabe gestellt, ein Werk näher zu schildern, das nur noch Kennern und Liebhabern der hebräischen Literatur bekannt und beliebt ist, worüber jedoch Dukes (Annalen 1839. S. 416) nichts weiter sagt, als: „das Hauptwerk in der Gattung der ethischen Erzählung lieferte Abraham Ben Ehisdai ha - lewi!" — EinUeberstreifen ins Gebiet der Gattung haben wir hiebei sorgfältig zu beschränken gesucht. Hoffentlich wird manche unserer Bemerkungen auch dem Forscher von Fach beachtenswerrh erscheinen. 1) S. Littst. des Orients 1841. Nr. 16, 17. Ost und West 1843, Nr.29. eben erschien seine ,,Ratststnische Btumentcse." 2) Vergt. dieVordem von M ann h eime r u. Sa ch s im lll. Jahrgang dieses Ialwvuchs.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.