Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 266)
- Language
- German
- Belongs to
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Ephraim Neubl. 197 Ephrain:, du segnest ja deine Kinder, als ob du zu sterben gingest." „Wer weiß!" sagteder Jude mir schmerzlicher Rührung leise. Emanuel, der die glückliche R-eg'na an seine Brust gedrückt hatte, voll freudiger Abnung. daß er sein Lebensglück in den Armen halte, trat nun auf den Barer zu, reichte ihm die Hand und sprach feierlich bewegt: „Vater, was Ihr von mir so eben gefordert habt, das will ich getreulich halten; ich will ihr ein treuer Gatte, eine starke Stütze sein, undJbr mögt einst Euer Haupt ruhig schlafen legen; denn ich will für die Euren sorgen, als ein redlicher Mann." „Willst du daS," sagte Ephraim, ibm herzlich die Hand 'drückend, so segne dich Jehovab; mr: nun Kinder haltet mich nicht länger auf, denn ich muß fort." ' Noch einmal umarmte der Juee seine Kinder, drückte einen herzlichen Kuß auf die Lippen seines weinenden Weibes, dann schritt er rasch auf die Thür zu und verschwand in der dunklen Nacht. iv. Es war Christnacht, jene heilige Nacht, wz einst die Engel vom Himmel niederstiegcn und sangen: Ehre sei Gott in der Hohe und Friede den Menschen auf Erden. Die Natur schien die Feier des großen Geheimnisses mir zu begeben, denn der Sturm, der bisher gewütbet, legte sich allgemach, nur manchmal, strich ein Windhauch, leiser und leiser verwebend über die schneeigen Flächen und die Wolken, die noch vor kurzem schwer und drohend am Himmel hingen, verflogen in dämmernde Ferne, daß die tief dunkle Himmeldecke rein hervortrat und der stille Mond und die zahllosen leuchtenden Sternenfunken ihr mild schimmerndes Licht herabgossen über die nächtige schweigende Erde. Es ist ein schöner Anblick, die in's Winterkleid gehüllte Erde zu schauen in einer reinen kalten Mondnacht. Der Jude stand auf einer der Höhen, die sich gegen Wien absenken nnv obwohl sein Her; von den widerstrebendsten Gefühlen so voll war, daß ihm die Brust zu zerspringen drohte, so konnte er doch nicht umhin, ergriffen von