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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1845-01-01 · 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845) · p. Seite 196

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
Date
1845-01-01
Page
Seite 196 (sequence 265)
Language
German
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196 Ephaim Neubl. „Nein," antwortete Ephraim nachdrücklich, „das kann ich' nicht dulden; er würde mir bei meinem Vorhaben nur hinderlich sein; er soll bei Euch bleiben und Euch schützen, vielleicht bedürft Ihr seines Schutzes mehr als ich." „Aber der Schnee — die Wölfe" —. „Gegen den Schnee schützt mich mein guter Pelz, gegen die Wölfe diese Feuerwaffe. Es darf Euch nicht bange ummich sein." Regina hatte dem Vater Pelz und Värenmütze gebracht, und als der Jude sich schon zum Fortgehen anschicken wollte, sagte Emanuel: „'s ist Sabbath heute, Vater, und Ihr habt Eure Kinder noch nicht gesegnet." „Darf ich das," fragte Ephraim, während ein leichter Schauer seinen Körper durchrieselte. „Warum solltet Ihr nicht?" gegenftagte Emanuel verwundert, „Habt Jhr's doch immer gethan." „Ich meine," sagte Ephraim ausweichend, „weil ich den Sabbath entheilige, da ich mich von seiner Feier durch ein Geschäft hinweg locken lasse." „Wenn Einer in so redlicher Absicht, wie Ihr, das GebcL Übertritt, dann mag es wohl keine so große Sünde sein," sagte Emanuel, „und so gebt uns Euren Segen Vater." Der Jude ließ zuerst die jüngern Kinder kommen und segnete sie schweigend in wehmüthiger Rührung; dann neigte sich Regina und ihr Bräutigam vor dem Vater, er legte seine zitternden Hände auf ihr Haupt und sprach mit tiefbewegter Stimme: „Ich segne Euch meine Kinder, daß der Herr Euch geben möge, Alles, was Euch frommt; Heil und Glück, daß ihr Freude erlebet an Euren Kindern; der Fittig des Ewigen kühle Eure Wangen, wenn sie brennen von der Glut der Thränen und der Balsam des Gebetes stärke Eure Herzen Ln den Tagen der Roth; sei du, Emanuel, ihr ein treuer Gatte, eine starke Stütze im Leben, sei du Regina, ihm eine treue, liebende Hausfrau, bis der Tod Euch scheidet. Und so meine Kinder empfehle ich Euch dem Schutze des Ewigen." Ephraims Augen funkelten von Thränen, auch die Frau weinte leise und sagte mit tief ergriffenem Gemüthe: „Ey,

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