Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 264)
- Language
- German
- Belongs to
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Ephraim Neubl. 195 den zu den Göttern der Fremden des Landes, dahin du mitten unter sie kommst, wird mein Zorn über dich erglühen und ich werde dich verlassen, viele Leiden und Noth werden dich treffen, der Himmel, der über deinem Haupte, wird Erz sein, und der Boden, der unter dir, Eisen; ich werde dich schlagen mit Pest und Aussatz, daß du nicht wirst können geheilt werden, mit Wahnsinn und Blindheit und werde dich geben in die Hand deiner Feinde, du wirft unterdrückt und beraubt sein und Niemand hilft; Söhne und Töchter wirst du zeugen aber dein werden sie nicht bleiben und du wirst zum Gleichniß und zur Stachelrede sein unter all' der: Völkern, dahin dich der Ewige treiben wird. — Und es werden über Dich kommen alt' diese Flüche, weil du verlassen den Bund des Ewigen, des Gottes deiner Väter, den er mit ihnen geschlossen, da er sie herausgeführt aus dem Lande Mizrajim; und weil du gegangen und gedienet fremden Göttern und dich gebückt vor ihnen, Götter, die du nicht gekannt, und er dir nicht zugetheilt. — Hier hielt Emanuel plötzlich im Lesen inne; denn Ephraim war todtenblaß geworden und drohte vom Stuhle zu sinken; bestürzt versammelte sich die ganze Familtengruppe um den Hausvater, der erschöpft sich zurücklehnte. „Was ist dir Ephraim," jammerte die Frau, und die bestürzten Kinder stiurmten mit ein. „Nichts," sagte Ephraim, „eine Kleinigkeit, 's ist schon vorüber, wäre mir auch nicht angenehm, wenn es anhalten würde, denn ich muß heute noch nach Wien zurückkehren." „Wie?" fragten alte in höchster Verwunderung, „am Sabbath! " „Mein Geschäft ist so wichtig," fuhr der Jude fort, „daß es meine Anwesenheit in Wien noch heute erfordert. Ich bin nur herausgekommen um den Sabbath mit Euch zu feiern und sagte nichts von meiner Rückkehr, weil ich Euch das Fest nicht verderben wollte. Aber jetzt ist es Zeit; geht Kinder und bringt mir meinen Pelz, ich muß fort, ehe es zu spät wird." „Aber allein und in der Nacht," zitterte die Hausfrau. „Es ist keine Gefahr und Gott wird mich schützen." „Emanuel soll mit dir gehen." 9*