Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 4 Jahrgang = Jahr 5606 (1845)
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 247)
- Language
- German
- Belongs to
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17S Ephraim Neubt. uns die Ehre Eures Besuches verschafft, da ich Euch nicht kenne, noch mich zu erinnern weiß, daß Ihr je bei meinem Vater gewesen seid. „Doch waren wir bei ihm," versetzte Thomas, während Schlagnitweit mit glühenden Blicken die schöne Gestalt verschlang, „zwar nicht in Nußdorf, aber in Wien und wir wollten heute bei ihm einsprechen. „Der Vater ist nicht zu Hause, sagte Regina." „Das haben wir bereits von Eurem Bruder gehört," fuhr Breitner fort, „aber deshalb werdet Ihr uns wohl nicht vor dieThüre stoßen, denn's ist kalt, und der Schnee weht wie Nadeln. Hier aber brennt ein lustig Feuer; vielleicht kömmt Ephraim zurück, und bis dahin, so es euch angenehm, plaudern wir eins zusammen." „Ja, und küssen eins zusammen," sagte Schlagnitweit auf seine tölpische Weise. Das Mädchen heftete einen erschrockenen Blick auf den Junker, in dessen Kopfe allgemach der Geist des Klosterneuburger- Weines , den die Kalte bis jetzt niedergehalten, von der Wärme der Stube befreit, sich breit zu machen begann. „Siehst du, Bruder Thomas," rief er, indem er sich bequem in einen alten Sorgenstuhl pflanzte, „siehst du, so bin ich, Bruder, immer gerade zu und ohne Umschweife, was plauderst du von Vater Ephraim und Gott weiß was; wir wollen einen süßen Kuß, und ich glaube, daß wird der Jungfer lieber sein, denn alles Andere." Regina war über die Rede des frechen Menschen zum Tode erschreckt noch bleicher geworden, und wandte sich flehend zu Breitner: „Herr, helft mir, Ihr habt so ein gut Gesicht; und da Ihr meinen Vater kennet, so werdet Ihr nicht wollen, daß seine Tochter beleidigt werde von dem trunkenen Manne dort." „Judendirne, hüthe dich!" rief der Schlagnitweit mit dem Finger drohend. Sein Auge glühte düster, und er biß die Lippen zusammen, denn die Geister des Zornes Und des Weines kämpften in ihm um die Oberherrschaft. „Was fällt dir bei," sagte Thomas, ihn zu beruhigen, „wer